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Gedanke ſie davon zurückhielt. Sie trat an ihren Ar⸗ beitstiſch, ſtrich das Papier wieder glatt, faltete es zuſammen und verſchloß daſſelbe in ihren Secretär. Dann nahm ſie ihr Kind auf den Arm und ver⸗ ließ das Zimmer; denn ſie fühlte ſich beklommen und beengt und bedurfte der freien Luft. Sie ließ ſich an dem Ausgang des Corridors unter der Veranda nieder, wo ſie ihren troſtloſen Betrachtungen folgte. Niemand ſtörte ſie, es war außer Montelard kein Fremder im Hauſe, der ihre Thätigkeit beanſpruchte, und Eva, die ſie beobachtet hatte, wußte, daß ſie im Schmerz lieber allein war. Es war ihr, als wollte das Unglück ſie zu Boden drücken, ſie fühlte ſich wieder ſo verlaſſen, ſo allein in der Welt, ſo ganz ohne alle Stütze, un“ mit Verzweiflung ſah ſie auf ihren Knaben, der ihr wie eine Waiſe vorkam. Geliebt hatte ſie Ralph eigentlich nie, ſie hatte aber dennoch ihre Pflichten als ſeine Gattin treulich erfüllt, mit Geduld und Nach⸗ ſicht ſeine Härten und Rückſichtsloſigkeiten gegen ſie und Andere ertragen, ſeine vielen großen Fehler ent⸗ ſchuldigt und, wo ſie konnte, deren Folgen gut ge⸗ macht. Nun aber waren alle Banden zwiſchen ihr und ihm zerriſſen, der Gedanke, die Frau eines Diebes, eines Betrügers zu ſein, wollte ihr das Herz zerſpren⸗ gen und drängte ſie mit Abſcheu und Verachtung vyn ihm zurück. Jetzt war ſeine Abweſenheit ihr ein Troſt, und daß er nimmer wiederkehren möchte, war ein


