Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Und während ich Sie höre und mir ſagen laſſe, was ich ja ſchon weiß, rief er leidenſchaftlich, wird der Raum zwiſchen ihr und mir immer größer, die Möglichkeit, ſie noch einmal zu ſehen und zu ſprechen, immer unmöglicher!

Das iſt Alles ohnehin längſt unmöglich geworden, ſagte Wehring hart aber handeln Sie nach Ihrem Belieben es ſollte mir leid thun, wenn ich mich in Ih⸗ nen geirrt hätte!

So reden Sie, erwiederte Walther mit einem tiefen Athemzuge.

Ich will von vorn anfangen, damit Sie mich und Alles verſtehen, ich will offen und ehrlich zu Ihnen reden, wie es unter Männern Sitte iſt, die ſich gegenſeitig achten gelernt haben. Sie mögen dann Ihre weitere Handlungs⸗ weiſe ſelbſt beſtimmen. Schon einige Zeit vor Ihrer Pb⸗ reiſe ſchien es uns, meine Frau meinte es wenigſtens, und Frauen haben in ſolchen Dingen immer einen ſchärferen Blick, als ob Margot eine Neigung zu Ihnen gefaßt habe. Sie iſt indeſſen ein ſo unſchuldiges Kind, harmloſes Kind, daß es ſchwer war, zu erkennen, ob dieſe Neigung mehr ſei, als das Gefühl der Dankbarkeit gegen ihren Lehrer. Margot war uns ſehr lieb geworden wir haben keine Kinder, fuhr er mit ſichtlich bewegter Stimme fort, des⸗ halb ſtand es längſt bei uns feſt, daß ſie unſere Tochter ſein ſolle. Sie beſaß ja auch keine Eltern und keine Ver⸗ wandten. Da kam Ihre Abreiſe. Es war mir lieb, daß