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Anſtrich, durch den jedoch häufig die Sitten des Landes und ſeiner Bewohner in grellen Farben hindurchſchimmerten. Heute war nur ein Beſuch, der Baron von Kalden, erſchienen, ein Mann in den Anfängen der Vierzig, der bis⸗ her nach oberſchleſiſcher Weiſe ſeine Jugend genoſſen hatte, wie er ſich ausdrückte, und nun beabſichtigte, ſich zu verhei⸗ rathen, weil er dieſes Leben ſatt habe. Hedwig ſchien ihm ein nicht unpaſſender Gegenſtand zur Ausführung dieſes Vorhabens, und vorzugsweiſe deshalb kamen ſeine häufi⸗ gen Beſuche. Er beſaß ein nicht unbedeutendes Vermögen und viele Eigenſchaften, die dem alten Grafen gefielen, leider jedoch kaum eine, von welcher er dies in Bezug auf Hedwig hätte ſagen können. Dies ſchreckte ihn jedoch nicht 3 ab, denn er war ein erfahrener Mann, nicht ohne viel na⸗ türlichen Verſtgnd und Schlauheit; außerdem beſaß er das⸗ jenige, was man die Heuchelei der Biederkeit nennen könnte. Er gab ſich ſtets natürlich, ehrlich und ſchlicht, wußte aber doch immer genau, weshalb und warum, und ließ dabei— niemals die Erreichung ſeines Zweckes aus den Augen. 2 Hedwig empfand eine natürliche und inſtinetive Abneigung„ gegen ihn, die ſie oft ſehr rückhaltlos an den Tag legte.
Das Speiſezimmer war hoch und kühl, und der lei⸗ tende Diener ſprach, die Flügelthüren öffnend, feierlich die Worte aus: Es iſt ſervirt.
Geben Sie meiner Tochter den Arm, Herr Baron,


