Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Zucker zu belohnen. Dann entfernte ſie ſich, um ſich um⸗ zukleiden, und auch Alfred begab ſich zu gleichem Zwecke auf ſein Zimmer, denn er wußte, daß der Graf beim Di⸗ ner das Erſcheinen im Fracke verlangte, den er ſelbſt zu tragen niemals unterließ.

Hedwig hatte richtig vorausgeſagt: es Gar Beſuch gekommen, wie dies faſt an jedem Tage Statt fand. Die über den Gutsbeſitzern im Allgemeinen ſchwebende Einför⸗ migkeit und Langeweile trieb ſie häufig zuſammen und ſie geſellig. Fte war Geſelligkeit oft wie⸗

der ſelbſt ſtark gewürzt mit Langerweile und Einförmigkeit, aber man aß doch zuſammen, und zwar ſo oft, als es im Laufe des Tages itgend möglich war, und trank dazu ſo viel, als es ging; auch ſpielte man Karten, und zwar eben⸗ falls ſo hoch, als es i Verhältniſſe geſtatteten, und oft auch wohl weit über dieſelben hinaus. Die Ungarwein⸗ flaſche ſ permanent zu jeder Tageszeit auf dem Tiſche, und geraucht wurde überall und auch zu jeder Zeit, ohne Rückſicht auf die etwa anweſenden Damen. Von dieſer damals in Oberſchleſien Sitte wich man in Wallfort jedoch in mancher Beziehung ab. Der Graf rauchte ſelbſt nicht und geſtattete daher das Rauchen im Eßzimmer nicht; auch das Trinken war an beſtimmte Zei⸗ ten und Zimmer gebunden, überhaupt hatte die ganze Ein⸗ richtung in ſeinem Hauſe einen gemeſſeneren und feineren