Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

heiten, ſich gleich nach dem Aufſtehen und noch vor dem Frühſtücke vollſtändig anzukleiden. Das Zimmer, in wel⸗ chem er ſich befindet, iſt hoch und geräumig, mit einer dun⸗ keln Tapete bekleidet und auch mit eben ſolchen Gardinen verſehen, ſo daß das Licht nur unvollſtändig durch die Fen⸗ ſter hereinzudringen vermag. Den Fußboden bedeckt, un⸗ geachtet es Sommer iſt, ein dicker, weicher Teppich, auf welchem die Schritte der Gehenden unhörbar verhallen. Ein ſehr geräumiger, altmodiſcher Schreibtiſch, ein großer, faſt eine Wand einnehmender Gewehrſchrank, ein Sopha, mehrere Seſſel und Stühle, ein runder Tiſch, eine Wanduhr, ein großer, bis auf die Erde reichender Spiegel bilden, nebſt einigen ſonſtigen unbedeutenden Gegenſtänden das Ameublement des Zimmers.

Der Graf ſteht in der Mitte desſelben, und ein alter Diener mit ſchneeweißen Haaren iſt beſchäftigt, ihm eine lange flanellene Binde mehrmals um den Leib zu wickeln. Er thut dies, indem er den Grafen, der das eine Ende der Binde feſthält, langſam umkreiſtt und ſo gehend einwickelt, dann bindet er die Bänder feſt und vollendet die weitere Bekleidung, wozu eine weiße Halsbinde und ſchließlich eine ſehr kunſtvoll gearbeitete Pariſer Perrücke gehört, die be⸗ müht iſt, durch einige mit eingearbeitete graue Haare das vorgerückte Alter des Grafen anzudeuten.

Nachdem der Anzug ſo weit vorgeſchritten war, wo⸗

bei ſich der Graf oft in dem großen Spiegel betrachtet hatte,