Teil eines Werkes 
3. Band (1866)
Entstehung
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wallten. Sie war ſehr gut erzogen, geſchickt in aller Arbeit und, was in den ſüdlichen Staaten zu den Aus⸗ nahmen gehörte, recht gewandt mit der Feder. Madame Newberrh hatte ſie aufgezogen, und es hatte ihr Vergnügen gemacht, aus dem reizend ſchönen Kinde eine in jeder Weiſe tüchtige Dienerin für ſich ſelbſt heranzubilden. Luch hing mit dankbarem Herzen an ihrer Herrin und kannte von den Freuden des Lebens noch keine andern als die, welche Madame Newberrh ihr verſchaffte. Sie war nach und nach in das Geheimniß der Liebe Albert's zu Blancha gezogen worden, indem ſie oft Briefe und Be⸗ ſtellungen hinüber und herüber befördern mußte, und ſie that dies mit Freuden, weil ſie beiden von Herzen gut war und liebevoll von ihnen behandelt wurde.

Flüchtig wie ein Reh ſprang ſie jetzt über den Platz und hielt ihren Blick nach dem Balkon, auf welchem Fräulein Dandon ſaß, hinauf gerichtet; als ſie aber über die Straße nach der Hausthür ſchritt, zog ſie einen Brief aus ihrem Buſen herbor und ließ ihn Blancha ſehen. Dieſe empfing einige Augenblicke ſpäter die Mulattin an ihrer Zimmerthür und nahm ihr den Brief haſtig mit den Worten ab:

Ich danke Dir, liebe Luch. Komm herein, ich will ſehen, ob Du Antwort mitbekommſt.

Sie trat, den Brief öffnend, mit der Dienerin in