Teil eines Werkes 
2. Band (1828)
Entstehung
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Da nahm mein Vater mich bei der Hand, und fuͤhrte mich uͤber'n Schloßhof, einem gro⸗ ßen, hellerleuchteten Saal zu, indem er ſehr ernſt ſagte: S

Erwine, ich fuͤhre Dich an den Sarg ei⸗ nes ſehr ſchoͤnen, ſehr ungluͤcklichen Mädchens! Drucke ihr Bild feſt in Deine Seele. Morgen ſollſt Du ihre Geſchichte hoͤren.

Ich ſchauderte in mich zuſammen— dieß hatte ich nicht erwartet! Ich hielt meines Va⸗ ters Arm feſt, und trat mit ihm in den Saal.

Im Sarge, von mattem Kerzenſchein um⸗ daͤmmert, lag in weißem Kleide, mit einer blut⸗ rothen Schleife auf der Bruſt, ein, ſo ſchien es, ſchlummernder Engel. Die ſchwarzen Locken hingen bis an die Kniee herab— die linke Hand

hielt ein kleines Kruziſix, indeß die rechte auf

dem ſtillgeſtandenen Herzen ruhte. Das Auge, obgleich geſchloſſen, verrieth dennoch die Schon⸗ heit, die es lebend von ſich ſtrahlte— die hohe, blendendweiße Stirn deutete von ſo viel Geiſt, das ganze Geſicht von ſo unausſprechlich viel Liebreiz, die feine, zarte Lippe ließ die ſiegende Gewalt ahnden, mit welcher die Töne, die ihr