Viele reichgekleidete Bediente umringten un⸗ ſern Wagen. Aber in ihren Mienen lag ſtumme Trauer. Der Haushofmeiſter fuͤhrte uns in die uns beſtimmten Zimmer— auf ſeinem Geſicht malte ſich der Kummer ſo deutlich, daß ich be⸗ fuͤrchtete, er wuͤrde jeden Moment zu weinen anfangen.
Was iſt das? fragte ich mich leiſe; wird dieß Paradies von Jammergeſtalten bewohnt?
Mein Vater fragte nach der Hergogin, um ihr ſogleich ſeine Ehrfurcht bezeugen zu koͤnnen— der Haushofmeiſter antwortete: Ihro Durch⸗ laucht ſind verreiſ't, auf einige Tage, um ſich zu zerſtreuen. Ich wiederholte die Worte: um ſich zu zerſtreuen, und ſah meinen Vater fragend an. Endlich ließ dieſer ſich bei Prinzeß Hortenſien melden, ward angenommen, erſchien aber bald darauf wieder, mit einem ſehr ver⸗ duͤſterten Geſicht— mir ward bange— ich warf mich in ſeine Arme. Lieber Vater, rief ich, auch Sie? Was iſt es denn, das ſo ſchreckend mir heute vor Augen tritt? Ich leſe Trauer auf jedem Geſicht! Welch ein Ungluͤck iſt denn geſchehen?


