die Leiden, denen der geliebte Bruder unterwor⸗ fen ſey, dafern er ihm die Hand Virginia's ent⸗ zogez er drückte ſtill duldend den Dolch der Ent⸗ ſagung in ſein eignes Herz. Er opferte ſich fuͤr das Gluͤck ſeines Bruders.
Erwiedern Sie, theure Virginia, ſchrieb er, meines geliebten Bruders Liebe— er iſt ein guter, vortrefflicher Menſch Begluͤcken Sie ihn durch Ihre Hand, und verkennen Sie das edle Herz nicht, das für die Ewigkeit ſich Ihnen dar⸗ bietet. Sie erfuͤllen meine ſchonſten Wuͤnſche, indem Sie die Seinigen erhoren.
Virginia kämpfte lange mit ſich ſelbſt— ſie kämpfte muthig— doch ihre zarteſten Lebens⸗ bluͤthen waren gebrochen— ſie erkannte das edelmuͤthige Betragen Erwins gegen ſeinen Bru⸗ der, aber ſein Opfer brach ihr Herz— ſie wußte, ſie werde das Schwere, das er von ihr forderte, nicht uͤberleben. Leo drang in ſie, ihm ihre Hand zu geben.— Gut denn, ſprach ſie— noch iſt Erwin mein Vormund. Laſſen Sie uns zu ihm nach Tannenhof fahren, er lege meine Hand in die Ihre.
Sie traten vor Erwin. O, laß mich mein


