Teil eines Werkes 
2. Band (1828)
Entstehung
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Erwin hatte ſich in den Wagen geworfen, er eilte nach Tannenhof. Melde mir, ſchrieb er an Leo, den Tag Deiner Vermaͤhlung, mein geliebter Bruder— ich kehre dann zuruͤck nach der Stadt. Fuͤr jetzt feſſeln mich fuͤr unbe⸗ ſtimmte Zeit hoͤchſt noͤthige Geſchaͤfte in Tan⸗ nenhof. Gott ſegne Deinen Bund mit Virgi⸗ nien, Gott moͤge Euch das hoͤchſte Gluͤck geben.— Aus treuem Herzen wuͤnſcht es Dein Erwin.

Virginia erholte ſich— ſie nahm all' ihre Kraft zuſammen— ſie bat Leo'n, nicht in ſie zu dringen— ſie fuͤhle ſich hoͤchſt geehrt durch ſeinen Antrag, ſie achte ihn aus voller Seelez aber ſie bat ihn, ihr Zeit zu gönnen, ſich von der Ueberraſchung, in welche ſie das Geſtändniß ſeiner Liebe geſetzt, erholen zu können.

Sie ſchrieb an Erwin, ſie geſtand ihm frei und offen ihre Liebez ſie bat ihn, ihr eben ſo offen zu ſagen, warum er ſie ſo eilig verlaſſen, woher ihr der ganz unerwartete Antrag des Bru⸗ ders käm'— ſie bat ihn, ihr Geſchick zu entſcheiden.

Erwin las den Brief des ſo heiß, ſo un⸗ ausſprechlich geliebten Maͤdchens mit ſeligem Ent⸗ zuͤcken— aber ſein edles, weiches Herz ermaß

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