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Vorzuͤgen zur Seite, womit die Natur dieß himm⸗ liſchreine, fromme Maͤdchen ſo reichlich ausge⸗ ſtattet hatte.— Sie war ein beſcheidenes Veil⸗ chen, das im Verborgenen bluͤht, denn des Va⸗ ters eiſerne Strenge erhielt das Maͤdchen bei groͤßter Eingezogenheit.—
Erwin hatte Virginien kaum zweimal ge⸗ ſehen, ſo rief es laut und maͤchtig in ſeinem Innern: Dieſe iſt's, dieſe werd' ich lieben fuͤr Zeit und Ewigkeit! Doch ſein ſchuͤchterner Mund wagte das Bekenntniß nicht. Virginias Auge ruhte bald mit dem Ausdruck der innig⸗ ſtens Liebe auf Erwinz in ihrer reinen, un⸗ ſchuldigen Bruſt erhob ſich das Gefuͤhl einer unendlichen Liebe— ſie wußte, daß Erwin ſie liebte, obgleich ſeine Lippe es ihr nicht verrieth, ſie ſchwelgte in dem Bewußtſeyn, von dem ſcho⸗ nen, edeln, jungen Mann geliebt zu ſeyn— warum ſollte ſie, die argloſe, unbefangene Un⸗
ſchuld, gegen ihn ihr Geheimniß aͤngſtlich huͤten?
Erwin erkannte ihre Liebe— und ſtill be⸗ gluͤckt— innig froh, wollte er ſich an Leo's Bruſt ſtuͤrzen, ihm ſeine Neigung, Virginia's Gegenliebe entdecken, da trat der Bruder auf ihn zu.
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