O, mein Erwin, ſprach der Frohe mit jauchzenden Tonen, wie unausſprechlich glücklich bin ich!— Du, mein Theurer, nimmſt ge⸗ wiß den redlichſten Antheil an meinem Gluͤck! darum auch ſollſt du der Erſte ſeyn, dem ich mich entdecke.— Des Fuͤrſten Gnade uͤberraſchte mich dieſen Morgen mit der Gewaͤhrung mei⸗ nes innigſtens Wunſches— die ehrenvolle Aus⸗ zeichnung ward mir, eine Stelle im Cabinet er⸗ halten zu haben. Aber nun wird es auch Zeit, daß ich die Schmetterlingsfluͤgel abwerfe— ich will ernſter, ſolider werden, ich will heirathen Bruder. Ich habe ein Maͤdchen gefunden, Bru⸗ der, einen himmliſchen Engel! lächle nicht Erwin! dießmal iſt's Ernſt— ich fuͤhle, daß die Liebe zu ihr mir ewig, unverganglich im Herzen leben wird, und darum Bruder, und weil ich von des Mädchens hoher Tugend, ihrer reinen Seele, ihrer Schoͤn⸗ heit ewig gefeſſelt bin, will ich ihr den Antrag machen, will ich ſie heirathen.
Erwin ſah mit hellen Augen, lächelnd in des Bruders begeiſtertes Angeſicht.— Ueber⸗ eile Dich nicht, theurer Bruder, ſprach er dann, pruͤfe erſt Dein Herz, ob dieſe Liebe die


