Teil eines Werkes 
2. Band (1828)
Entstehung
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ger, edler Freundſchaft hatte Erwin Alles auf⸗ geboten, Antoniens Verhaͤltniſſe dahin zu geſtal⸗ ten, daß ſie vor jedem Mangel, jeder Sorge ge⸗ ſichert ſey.— Stets war er emſig bemuͤht, Al⸗ les aus dem Wege zu räumen, was ſie betruͤ⸗

ben, ihre Stimmung verduͤſtern koͤnnte. Und kam

ſie mit heiterm, laͤchelnden Geſicht ihm entge⸗ gen— ſtrahlten ihre Augen voll freudiger Dankbarkeit— ſo dachte er bei ſich: O, ſie iſt glucklich! ſie iſt zufrieden, heiter und froh— nur ich!—

Er legte gedankenvoll die Hand an die Stirn—

Was ſann er denn?—

Erwin war der juͤngere von zwei Brütern.

Leo und er liebten ſich mit inniger, unend⸗ licher Liebe; Leo war ein ſchoͤner Mann, mit einem hohen, herrlichen Wuchs. Seine Liebens⸗ wuͤrdigkeit ſowohl, als ſeine Schoͤnheit, ſein Verſtand, ſeine Herzensguͤte, machten ihn bald zum Gegenſtand aller Maͤdchen Blicke. Aber— Leo flatterte hier hin und dort hin— fuͤr ihn ſchien Amor keine Feſſeln zu haben. Er ver⸗ wundete mit ſeinen dunkeln Feueraugen tauſend