Jetzt war die Barynin Wittwe. Der ſchwarze Wittwenſchleier erhob das friſche, bluͤ⸗ hende Geſicht der ſchoͤnen Frau, gab ihren ern⸗ ſten, geiſtvollen Zuͤgen einen hohen, unwider⸗ ſtehlichen Reiz— das ſchien der Hofrath zu fuͤhlen— ſein Blick ruhte oft nachdenkend auf Antonien— ſeine Stimme ward bebend, ſprach er von ſeiner Freundſchaft fuͤr ſie— ſeine Wange rothete ſich, traf ihn Antoniens Blick— ſeine Rede ſtockte, beruͤhrte ſie im Eifer des Geſpraͤchs ſeine Hand— er ward noch guͤtiger, noch ſanfter, als er bisher geweſen, war er bei ihr— obgleich er in ſeiner haͤuslichen Umgebung durchaus ein Anderer ward.
Unſtaͤt ging er von einem Geſchaͤft zum andern uͤber.
Ich muß doch wohl auf einige Tage hinaus nach Tannenhof— dachte er— ich arbeite hier zu viel— dort in der reinen, freien Vergesluft wird mir wohler werden! Da wird die aͤngſt⸗ liche Beklemmung meiner Bruſt ſchwinden!— Ja, ich muß nach Tannenhof!— Aber kaum in den Bergen angelangt— kehrte die ängſt⸗ liche Beklemmung verdoppelt wieder.— Mein


