Der Himmel war grau umduͤſtert, der Strom rauſchte in finſtern Wogen— ein kal⸗ ter, heulender Sturm fuhr durch die Wipfel der Baͤume, ein unheimliches Grauſen wehte durch die ganze Natur, und ſteigerte das Gefuͤhl des Ungluͤcks in Antoniens Bruſt zur unertrag⸗ lichen Schwere.
O wäͤr' ich todt! ſeufzte ſie. Koͤnnte ich mit Dir ſterben, jetzt enden, meine Roſa, mein geliebtes Kind! Naähm' uns Beide der guͤtige Vater dort hinauf! O mir waͤr' wohl, uͤber⸗ ſchwenglich wohl!—
Was weinſt Du nur, meine Mutter? fragte mit zärtlichem Ton die kleine Roſa. Was be⸗ kuͤmmert Dich ſo ſehr, und warum willſt Du ſterben, da es ſo ſchoͤn iſt auf/ der Erde!
Gott iſt groß! Gott iſt unendlich guͤtig! lehrteſt Du mich ja ſelbſt, ſein Vaterauge ſieht auf uns herab— o ſey gut, ſey ruhig, Mutter! er giebt ja denen, die ihn lieben, täglich tau⸗ ſend Beweiſe ſeiner unendlichen Huld; er wird Dich und mich nimmermehr verlaſſen. In dem Augenblick trat die Sonne ſtrahlend aus zerriſſe⸗ nen Wolken hervor— es ſchien, als wolle ſie


