Aber der Vater hatte ſich geirrt. Antonie lernte den Gatten nicht lieben— der Baron war ein Boͤſewicht, und ſeine Gattin grenzen⸗ los ungluͤcklich.— Selbſt die Geburt eines lieblichen Mädchens konnte ihren Kummer nur mehren, da deſſen Vater ein ſo zuͤgelloſer Ver⸗ ſchwender war, daß Antonie, die arme Antonie mit Schaudern ſah, ihre und des geliebten Kin⸗ des Zukunft koͤnne— muͤſſe, dem Betragen ihres Gemahls zufolge, nur hochſt unglücklich ſeyn⸗ Endlich nothigte ein Duell den Baron, ſchnell das Land zu verlaſſen, da er in ungluͤck⸗ lich⸗blinder Hitze ſeinen Gegner getodtet.— Er nahm ſchnell alles baare Geld— alle Juwelen mit ſich, und uͤberließ ſeine Gattin, uͤberhauft von einer Schuldenlaſt und den quä⸗ lendſten Sorgen, allein mit ihrem Kinde der baͤngſten Zukunft. Antonie nahm die geliebte Tochter an ihre Hand— ſie ſtieg mit bebendem Herzen die brei⸗ ten Marmorſtufen hinab— leiſe wankte ſie in Garten, ſie ſuchte das dichteſte Gebuͤſch auf, und warf ſich betend auf die Knie nieder.
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