Teil eines Werkes 
2. Band (1828)
Entstehung
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Antonie liebte ihren Gatten nicht. Sie hatte ihn nie geliebt. Wie hatte auch in das große Herz des Maͤdchens ein Funke von Liebe fuͤr ſo einen gemeinen Menſchen, wie der Frei⸗ herr v. Atſtein war, eindringen köͤnnen? Des zaͤrtlich geliebten Vaters Bitten, deſſen zerruͤttete Vermoͤgensumſtände ihn in den Bewerbungen des Barons ein untruͤgliches Rettungsmittel ſe⸗ hen ließen, vermochten die großherzige Tochter, den Schritt zu ihres Vaters Zufriedenheit zu thun, von welchem ſie leider vorausſah, daß er ihr ganzes, kuͤnftiges Lebensgluͤck unter⸗ graben muͤſſe.

Sdie ſchwankte nur einen Augenblick in aͤngſtlicher Beklommenheit, dann trat ſie ernſt und feſt vor den tiefbekummerten Vater, und reichte mit ſtolzer, kalter Ruhe dem Baron ihre Hand. Der Vater umarmte dankbar geruͤhrt ſein Kind. Meine Antonie, ſprach er, mein geliebtes Kind! Gott ſieht Dein ſchönes Opfer ich bin gerettet er wird Dich ſegnen fuͤr den heldenmuͤthigen Entſchluß, mit welchem Du des Vaters Ehre gerettet! Der Baron iſt gut Du wirſt ihn lieben lernen, und gluͤcklich ſeyn! 2*