dert, und mein Sinnen im ſtillen Mondſchein war Folge des von ihr Gehorten— ich wuͤnſchte der verhaßten Schluſſelgeſchichte entgehen zu kon⸗
nen, und ſo entſchloß ich mich ſchnell, alle Pläne
dadurch zu vereiteln, daß ich am Abend zuvor ſchon nach Tannenhof fuhr. Wie geſagt, ich ſaß im Wagen und ſann uͤber mein Schickſal nach.
Der Verſtorbene war ein guter Menſch ge⸗
weſen, alle Menſchen erkannten ihn dafüͤr. Es herrſchte nur eine Stimme uͤber ſeinen Lebens⸗ wandel, uͤber ſeine Klugheit, uͤber Ki liches Herz ·
Nur einmal hatte ich ihn geſehen, atz Ge⸗ ſchaͤfte mich nothigten, mich ihm zu nähern.
Ich fuhr zu ihm nach Tannenhof, das er ſein Paradies, das ſtille Plaͤtzchen ſeiner Freu⸗ den nannte. Er war ein großer, ſchoner Mann, mit einer ſehr ausdrucksvollen Phyſiognomie— ein Paar ſanften guͤtigen blauen Augen, einer ruͤhrenden, weichen Stimme. Im Schloſſe herrſchte Freude und Gluͤck— er war die Stutze der Armen, die Zuflucht der Ungluͤcklichen, der Troſt der Betruͤbten; er war geliebt— angebetet


