——
die Arme, ich wollte im 4ten Jahre auf
Univerſitaͤt nachbringen, was ich in den 3 etſten
verſaͤumt— ich war ſehr fleißig. Mein Vor⸗ ſatz ging durch, ich kam als tuͤchtiger Juriſt mit dem Doctorhut geſchmuckt in meiner Eltern Haus
zuruck.
Nun, mein Sohn, ſprach mein Vater, als
mir bald darauf ein bedeutender Poſten ward, nun waͤhle unter den Töchtern des Landes! Du kannſt vermoͤge Deines Standes, Deiner Ver⸗ wandtſchaft in jede Familie kommen, waͤhle Dir ein junges, ſchoͤnes, reiches Maͤdchen! Ja, hei⸗ rathe mein Sohn! ſprach auch meine Mutter— doch, wie geſagt, die Liebe war meinem Herzen fremd geblieben, und ſo dacht' ich immer und ſagt' es oft: Es iſt zum Heirathen ja noch im⸗ mer Zeit genug! Doch ward meine Lage ziem⸗ lich mißlich. Meine Eltern waren beide geſtor⸗ ben, und ſonderbar war es, faſt auffallend, daß alle jungen Wittwen mich zum Curator, dieje⸗ nigen aber, die erwachſene Tochter hatten, mich zum Vormund fuͤr die letztern wählten.—
Faſt fehlte mir es an Zeit, dem Andrang von Geſchäften des weiblichen Theils meiner Va⸗


