Fraͤulein Mimi mit jedem Monat groͤßer, ſtär⸗ ker, bluͤhender, huͤbſcher.— Die Mama dachte offenbar, da ich dieß mit Worten nicht bemerkte, ſie muͤſſe mich darauf aufmerkſam machen; ſie lobte dann bald Mimi's ſtolze, ſchoͤne Hal⸗ tung, bald ihr demuͤthiges, beſcheidenes Betra⸗ gen, dann wieder einmal die froͤhliche Laune, neben all' den Fertigkeiten und Kenntniſſen, die ſich das Mädchen errungen. Mir ſtand oftmals der Angſtſchweiß auf der Stirn, bei all dieſem Geplaudre, in welches ich am Ende denn doch Ehren halber mit einſtimmen mußtez doch, ſey es wie es ſey, der Mutter ewiges Loben ihrer Jochter machte mich mehr und mehr kalt gegen dieſe. Ich fuͤhlte wohl, Mimi haͤtte mir etwas werden koͤnnen; doch war es durchaus ein falſcher Weg, den die Mutter zu meinem Detzen ein⸗ ſchlug.
Geliebt, wahrhaft herzlich geliebt hatte ich noch nie, obgleich ich in huͤbſcher Mädchen Geſellſchaft recht gern war.
Fruher ſchlug mein Herz fuͤr Pferde, fuͤr Jagden, fuͤr tolles, luſtiges Treiben und Toben; ſpäter ſtuͤrtzt' ich mich der Rechtswiſſenſchaft in


