nenhof, als Erbe eines Onkels zu. Selbig war daſelbſt Gerichtshalter, und unſere Freude, auf dieſe Weiſe einander wieder naͤher zu kommen, groß.
Nun aber bat er mich, ihm zu vergoͤnnen, ein paar Tage zuvor hinausfahren zu duͤrfen, um den Einzugsſchmaus mit Pfarrer, Richter und Verwalter ordnen zu köͤnnen— ich ſuchte ver⸗ geblich ihm das große Feſt auszureden. Aber, lieber Doctor, fiel er mir immer wieder ins Wort, goͤnne mir die Freude, ſo etwas iſt meine Luſt; Du biſt nun durch die Erbſchaft ein klei⸗ ner Croͤſus geworden, gonn' nun auch mir mei⸗ nen Theil; und ſomit gings nach Tannenhof.
Die redſelige Baſe aber, die ſeit Menſchen⸗ gedenken in meiner Familie lebte und die nach Abſterben meiner Eltern gleichſam als Inventa⸗ riumſtuͤck mir zugefallen war— die in meiner Junggeſellenwirthſchaft das Scepter uͤber die weibliche Dienerſchaft meines Hauſes ſchwang— die in meinem Hauſe ſo gemuͤthlich, gluͤcklich und froh lebte als nur möglich, ſuchte denn ihre Dankbarkeit mir dadurch an den Tag zu legen, daß ſie mir ſo viel wie moglich Alles getreulich


