der Mond uͤber mir, jedem Voruͤbergehenden. Jetzt bog der Wagen aus der alten Lindenallee, 8 welche die Stadt umgab— die Spazierenden wurden ſeltener— der Weg zwiſchen Wieſen und Feldern freier, meine Stimmung immer 3 heiterer. Ich gedachte der vielen Anſtalten, welche Freund Selbig zu meinem Einzuge in Tan⸗
6 nenhof wuͤrde getrofſen haben— der Blumen⸗
kraͤnze, die ſchon gewunden; der Verſe, die wahr⸗ ſcheinlich eben jetzt noch memorirt wuͤrden; und ich lachte in mich hinein, wenn ich des langen Geſichts gedachte, mit welchem Selbig morgen 3
in meine Stube treten wuͤrde— denn ich rechnete, wie die vielen heutigen Geſchaͤfte den ohnedies ruhrigen Mann wuͤrden ermuͤdet haben, wie er deshalb fruͤh zu Bett gehen, und daher meine Ankunft ihm erſt morgen kund gethan werden 5 wuͤrde. Sſelbig war mein Freund. Wir hatten zuſammen ſtudirt, kannten und liebten uns ſeit den Knabenjahren. Geſchaͤfte fuͤhrten uns oft, unſere Freundſchaft faſt taͤglich zuſammen. Jetzt auf einmal fiel mir das große, ſchone Gut Tan⸗


