— 231—
zurůckzukehren, und Mutter und Tochter als⸗ dann die treuen Geſinnungen beweiſen zu kön⸗ nen, mit welchen er ihnen lebenslanglich an⸗ hange ꝛc.— 3 Die hellſehende Fran wußte dies Briefchen zu deuten. Sie hatte geglaubt, ihrem zukünf⸗ tigen Schwiegerſohn ein genaues Detail ihrer Verhältniſſe geben zu müſſen; ſie hatte ihm nicht verſchwiegen, welch' große Schuldenlaſt der Verſtorbene ihr üͤberlaſſen, und wie der Ver⸗ kauf ihrer Grundſtuͤcke, Meubles ꝛc. kaum zu⸗
reiche, die Anſpruche der Glaͤubiger zu decken.
Sie hoffte auf des Hofraths Liebe zu Al⸗ winen, welche dieſer noch vor Kurzem ſo gluͤhend heiß, unausſprechlich geſchildert hatte— ihre Hoffnungen hatten ſie betrogen— ſie kannte den eigenſuchtigen, habſüchtigen Hofrath nicht,
der ſeiner Habſucht das Sdelſte, Beſie zu opfern
im Stande war. Selbſt ſehr reich, hatte er doch ſeit Jahren geſchwankt, welchem der reich⸗ ſten Madchen er ſeine Hand bieten koͤnnte, bis er Alwinens Bekanntſchaft machte, welche der Ruf an die Spitze der Reichſten geſtellt.—
Alwine zitterte bei dem Gedanken einer


