355
lichen alten Herzen! Ein anderer erhob ſich und ſtimmte eine Methodiſtenhymne an, deren Anfang war:
„Das Jubeljahr iſt nun erſchienen, Ihr losgekauften Sünder kehrt zurück.“
„Noch etwas,“ ſagte George, die Dankbezeugungen un⸗ terbrechend,„Ihr Alle erinnert Euch wohl noch unſeres alten guten Onkel Tom.“ George gab hierauf eine kurze Erzäh⸗ lung der Scene ſeines Todes und ſeines liebevollen Lebewohl⸗ ſagens an Alle auf dem Gute, und fügte hinzu:
„Es war an ſeinem Grabe, Freunde, wo ich vor Gott gel lobie, niemals mehr einen Stlaven zu beſitzen, ſo lange es möglich wäre ihn zu befreien; daß durch mich keiner Ge⸗ fahr laufen ſoll von Heimath und Freunden geſchieden zu werden. Und wenn Ihr Euch der Freiheit erfreut, bedenket, daß Ihr ſie jener alten treuen Seele verdanket, und zahlt ſie durch Güte gegen ſein Weib und Kinder zurück. Denket Eurer Freiheit, ſo oft ihr Onkel Toms Hütte ſehet, laſſet ſie Euch eine Mahnung ſein, in ſeinen Fußtapfen zu wandeln und ſo ehrlich, treu und chriſtlich zu ſein, wie er es war.“
Vierundvierzigſtes Kapitel.
Schlußbemerkungen.
Der Verfaſſerin ſind brieflich aus entfernten Ländern häufig Anfragen gekommen, ob dieſe Erzählung eine wahre ſei oder nicht, und darauf will ſie hier kurz antworten. In ausgedehntem Grade ſind die Ereigniſſe in vorſtehender Er⸗ zählung völlig wahr und treu wiedergegeben; theils Produkte eigner Erfahrung oder der ihrer Freunde, ja, ganze Stellen ſind ſo wörtlich wiedergegeben, wie ſie das eigne Ohr auf⸗ nahm.
So z. B. der Charakter der Eliza iſt ganz aus dem Le⸗ ben gegriffen; die Treue, Tugend, Gottergebung des Onkel Tom entwickelte ſich faſt unter unſern Augen, die fürchter⸗ lichſten, romantiſchſten und erhabenſten Scenen haben eben ſo ihre Parallele im Leben. Die Begebenheit, daß die flüchtende Mutter mit ihrem Kinde über das Eis des Fluſſes läuft, ift faktiſch. Die Geſchichte mit der alten Frau iſt eine bekannte
23*


