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Onkel Tom's Hütte / von Beecher-Stowe ; frei nach dem Englischen von A. Eltze
Entstehung
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ßen Geſellſchaftsſaal ihrer Herrin getraut worden, und dieſe hatte ſelbſt das ſchöne Haar der Braut mit Orangenblüthen geſchmückt, und den Brautſchleier, der gewiß auf keinem ſchö⸗ nern Kopfe ruhen konnte, darüber geworfen, und es fehlte nicht an weißen Handſchuhen, Kuchen und Wein und an Gäſten, welche die Schönheit der Braut und die Freigebigkeit und Großmuth ihrer Gebieterin bewunderten.

Eliza ſah während ein paar Jahre ihren Ehemann häu⸗ fig, und ihr Glück wurde nur unterbrochen durch den Verluſt zweier Kinder, an welchen ſie mit Leidenſchaft gehangen hatte, und die ſie mit einem ſo brennenden Schmerz betrauerte, daß ihre Herrin gütige Vorſtellungen gegen ſie anwenden und durch mütterliche Beſorgniß die leidenſchaftlichen Gefühle in die Schranken der Vernunft und Religion zurückführen mußte.

Nach der Geburt des kleinen Harry wurde ſie allmälig ruhig und gefaßt, und die verwundeten Gefühle und überreiz⸗ ten Nerven, welche ſich nun mit vieſem kleinen Leben ver⸗ ſchlangen, ſchienen geſund und kräftig zu werden, und Eliza fühlte ſich bis zur Zeit, wo ihr Mann rauh von ſeinem gü⸗ tigen Fabrikherrn hinweggeriſſen und unter die eiſerne Zucht⸗ ruthe ſeines geſetzmäßigen Herrn geſtellt wurde, als eine glückliche Frau. Seinen Worten getreu beſuchte der Fabrikherr Mr. Harrys ein paar Wochen nach George's Entfernung, ſobald er hoffen konnte, daß die Hitze jenes Tages vorüber ſei, und ließ alle möglichen Mittel nicht unverſucht, George zur Rückkehr an ſeine frühere Beſchäftigung zu überreden.

Sie brauchen ſich durchaus keine Mühe zu geben, ſagte Mr. Harrys halsſtarrig,ich weiß, was ich zu thun habe, Sir.

Ich habe mir nicht herausgenommen, Ihnen Befehle zu geben, Sir, ich glaubte nur, daß es vortheilhaft für Sie ſelbſt ſein würde, wenn Sie Ihren Sklaven unter den vorgeſchla⸗ genen Bedingungen mir überließen.

O, ich verſtehe die Sache ganz gut. Ich ſah Euer Flü⸗ ſtern und Winken an jenem Tage, als ich ihn aus der Fak⸗ torei nahm. Doch auf dieſe Weiſe geht es nicht mit mir. Wir ſind in einem freien Lande; der Menſch gehört mir, und ich mache mit ihm was ich will baſta!

So ſank George's letzte Hoffnung; vor ihm lag nur ein Leben voller Mühe und Sklaverei, welches durch all die kleinen Leiden und Aergerniſſe, die tyranniſcher Scharfſinn erfinden kann, noch unerträglicher gemacht wurde.