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herangereift, ohne jene Verſuchungen, durch welche Schönheit ein ſo verderbliches Erbe der Sklavinnen iſt.
Sie war an einen talentvollen und fähigen Mulatten verheirathet, der auf einem benachbarten Gute als Sklave arbeitete und den Namen George Harry hatte.— Dieſer junge Mann wurde von ſeinem Herrn in einer Sacktuchfabrik zur Arbeit verpachtet und wegen ſeiner Geſchicklichkeit und ſeines Scharfſinnes zum erſten Arbeiter daſelbſt gemacht. Er hatte zur Reinigung des Hanfes eine Maſchine erfunden, die, wenn man die Erziehung und die Mittel des Erfinders er⸗ wägt, eben ſo großes mechaniſches Genie zeigte, wie Whitney's Baumwollenreinigungsmaſchine.— Er hatte ein ſchönes Aeußere und angenehme Manieren, und ſtand in der Fabrik in allgemeiner Gunſt. Trotzdem waren, indem das Geſetz dieſen jungen Mann nicht als Menſchen, ſondern als Sache behandelte, alle dieſe höheren Geiſtesgaben der Herr⸗ ſchaft eines gemeinen, engherzigen und despotiſchen Herrn unterthan. Dieſer hörte den Ruhm der Erfindung George's und war nach der Fabrik geritten, um zu ſehen, was jenes menſchliche Hausthier geſchaffen habe, und wurde von dem Fabrikbeſitzer, der ihm zum Beſitz eines ſo werthvollen Skla⸗ ven Glück wünſchte, mit großem Aufſehen empfangen.
George führte ihn in der Fabrik umher, zeigte ihm die Maſchine und ſprach in ſeiner Begeiſterung ſo ſchnell, hielt ſich ſo aufrecht, ſah ſo ſchön und mannhaft aus, daß ſein Herr das unbequeme Bewußtſein ſeiner Niedrigkeit“ zu fühlen begann. Wer hatte ſeinem Sklaven die Erlaubniß gegeben,
im Lande umherzuwandern, Maſchinen zu erfinden und den
Kopf in Gegenwart von Weißen zu tragen? Er wollte dem Dinge bald ein Ende machen, ihn zurücknehmen und zum Hacken und Graben verwenden, und„ſehen, ob er dann noch ſo geſpreizt umhergehen würde.“ Der Fabrikherr und ſeine Arbeiter waren daher nicht wenig erſtaunt, als er George's Lohn plötzlich und ihm ſeine Abſicht kundgab, ihn mit nach Hauſe nehmen zu wollen.
„Aber Mr. Harrys,“ entgegnete der Fabrikherr, dieſes iſt ganz unerwartet.“
„Nun, wenn es auch dieſes iſt, gehört der Mann nicht mir?“
„Wir möchten gerne die Vergütigung erhöhen, Sir!“
„Mir kommt es nicht darauf an, Sir, ich brauche nicht irgend einen meiner Leut zu verpachten, wenn ich nicht will.“


