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Onkel Tom's Hütte / von Beecher-Stowe ; frei nach dem Englischen von A. Eltze
Entstehung
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während der Beſitzer mit dem ſteten Vermögensanwachſe ſich begnügt und nicht in die Verſuchung der Hartherzigkeit kommt, welche ſchwache menſchliche Naturen immer überwältigt, ſo⸗ bald die Ausſicht auf plötzlichen ſchnellen Gewinn in einer Wagſchale liegt, während in der andern die Intereſſen ſchutz⸗ und hülfsloſer Geſchöpfe ſich befinden. Wer nur einige von den dortigen Gütern beſuchte und Zeuge wurde von der güti⸗ gen Behandlung mancher Herren und Herrinnen und dem hingebenden Gehorſam mancher Sklaven, möchte ſich verſucht fühlen, von der fabelhaften dichteriſchen Legende patriarchaliſcher Einrichtung zu träumen. Doch über den dortigen Verhält⸗ niſſen ſchwebt immer noch ein düſterer Schatten der Schatten des Geſetzes, ſo lange das Geſetz alle jene menſchlichen Weſen mit ihren ſchlagenden Pulſen und liebe⸗ vollen Herzen als Dinge behandelt, die einem Herrn gehören ſo lange der Bankerutt, das Unglück, oder die Thorheit oden der Tod des liebevollen Beſitzers ſie dazu bringen kann, ein Leben voll gütigen Schutzes und Nachſicht mit dem Leben voll hoffnungsloſem Elend zu vertauſchen, iſt es unmöglich, ſelbſt in der geordnetſten Art der Sklaverei, etwas Gutes und Er⸗ wünſchtes zu erblicken.

Mr. Shelby war ein guter Mann, wie man ſie gewöhn⸗ lich findet, gutmüthig und freundlich und zur Nachſiccht gegen die ihn Umgebenden geſtimmt. Er hatte es nie an Etwas fehlen laſſen, was das phyſiſche Wohlſein der Neger auf ſeinem Gute fördern konnte; doch hatte er bedeutend unkluge Spekulationen gemacht und ſich in tiefe Schulden geſtürzt, und ſeine Wechſel waren in die Hände von Mr. Haley gekommen. Dieſe geringe Mittheilung wird den Schlüſſel zu der vorhergegangenen Unter⸗ redung geben. Nun hatte Eliza zufällig, als ſie ſich der Thüre nahte, genug von dem Geſpräch gehört, um zu wiſſen, daß ein Händler ihrem Herrn Anerbietungen für Jemand mache.

Sie hätte gern an der Thür gewartet, um zu lauſchen, als ſie hinausging, doch war ſie gerade von ihrer Herrin gerufen worden und ſo ſah ſie ſich genöthigt, weg zu eilen. Dennoch glaubte ſie gehört zu haben, daß der Händler ein Gebot auf ihren Knaben gemacht habe konnte ſie im Irrthum ſein? Ihr Herz klopfte laut und unwillkürlich preßte ſie ihn ſo feſt an ſich, daß der kleine Knabe erſtaunt ihr in's Geſicht ſah.

Eliza, Mädchen, was iſt Dir heute? ſagte ihre Her⸗ rin, nachdem ſie den Waſſerkrug über das Arbeitstiſchchen ge⸗ ſchüttet hatte und ſie zerſtreut ihrer Herrin einen langen