30
harmonie des Lebens ſich aus.„Er breitete die Arme aus und rief:„Wohnſt du da unten, die ich einſt in Adelheit geſucht und gefunden wähnte? Biſt wohl des Sees zauberſchoͤne Fei und haſt es mir angethan?“— Ein Getoͤſe ſcheuchte die ſchoͤ⸗ nen Bilder von ihm. Aus weiter, weiter Ferne ſcholl es uͤber den See herab und klang wie dum⸗ pfes Rufen und Klatſchen, wie ſtarker Ruderſchlag in den Wellen, und wurde allmälig lauter und lauter, je naͤher es zu ruͤcken ſchien. Wahlmanns Geiſt ergriff ſogleich wieder der Gedanke an König Arthur und das geſpenſtige Liebespaar, aber ſo ſtark er das Auge anſtrengte, er vermochte nichts zu entdecken. Inzwiſchen war es ihm oft, als of⸗ fenbare ſich, obgleich weit von ihm, am Uufer und auf dem See eine große Lebendigkeit, und die Stille der Nacht, in welcher ſich nicht einmal die Luft zu bewegen ſchien, trug mancherlei Toͤne an ſein lauſchendes Ohr, die er ſich jedoch nicht klaͤren und deuten konnte. Endlich erhob ſich der Nord⸗ wind, die Wellen erſtanden hoͤher aus dem Waſ⸗ ſerſpiegel, und trieben bald in der Stroͤmung nach Suͤden hinab. Die Toͤne verhallten und verklan⸗ gen allmaͤlig. Stille und Mondſchein woben ihre


