ſich nicht mehr geweigert; ſeit einem Jahre iſt die Urſchel mein Weib; aber nicht von dem Schatz kommt das Geld. Ich habe es mir verdient. Der reiche Kunſthändler in München, an den der Herr Profeſſor mich empfohlen haben, hat mir ja dreimal mehr für meine Arbeit bezahlt, als früher die Händler, auch habe ich von dem Schwedenacker ein ſchönes Geld eingenommen, der iſt jetzt das fruchtbarſte Feld in der ganzen Oberau; aber der Schatz liegt immer noch im Grunde.“
„Nein, Du lieber, thörichter, abergläubiſcher Menſch,— Du haſt ihn gefunden und weißt es ſelbſt nicht.— Der Schatz war die Naturkraft, die unbenutzt im Boden des fruchtbaren Ackers lag. Er wurde bewacht von den beiden böſen Geiſtern, von der Pigritia, der Faulheit, welche dies herrliche Land zur wüſten Unkrautſtätte werden ließ, und der Superſtitio, dem Aberglauben, der Deinen Vater und Dich verführte, im eiteln Schatzgraben Euer Lebensglück zu vergenden, der Dich endlich zum frevent⸗ lichen Selbſtmorde trieb. Die beiden böſen Geiſter zu beſchwören, gab ich Dir die beiden Zauberworte Labor, Arbeit, und Lumen, Licht. Durch die Arbeit haſt Du die im Schwedenacker ſchlum⸗ mernde Naturkraft Dir nutzbar gemacht, und vor dem Lichte flieht der dunkle Aberglaube.— So haſt Du, ohne es zu wiſſen, den Schatz im Schwedenacker gehoben und biſt ein wohlhabender
Kann geworden.“
„Und das iſt Alles?“ fragte Zoſeph beſchämt.—„Und die Beſchwörung war alſo nur ein Poſſenſpiel? War es Recht, Herr Profeſſor, daß Sie mich, der ich Ihnen vertraute, ſo täuſchten?“
Die Frage brachte den Profeſſor in einige Verlegenheit.— „Ganz recht war es wohl nicht,“ erwiderte er zögernd;—„ver⸗ zeih mir die Täuſchung, guter Joſeph.— Sieh, ich würde Dir,
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