Druckschrift 
Dörenberg : Adolph Streckfuss
Entstehung
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Der Profeſſor nahm die Einladung gern an. Er trat in die Stube, deren Thür ihm die ſchöne Frau gaſtfrei öffnete, ſein erſter Blick fiel auf ſeinen alten Freund Zoſeph, der eifrig an einer kunſtvollen Schnitzerei arbeitend am Fenſter ſaß. Aus dem ſtattlichen Burſchen war ein ſchöner kräftiger Mann ge⸗ worden, der es wohl verdiente, daß des Obermüllers Urſchel ihn mit Stolz ihren Joſeph nannte.

Joſeph arbeitete ſo emſig, daß er das Oeffnen der Thür überhörte und erſt aufſah, als der dicht zu ihm getretene Pro⸗ feſſor ihn anrief:Joſeph, mein Sohn, mein Lebensretter, willſt Du Deinen alten Freund nicht willkommen heißen?

Als die Stimme, deren Ton Jvſeph nie vergeſſen konnte, die er in der Beſchwörungsnacht zum letzten Mal gehört hatte, an ſein Ohr tönte, ſprang er erſchreckt, aber doch erfreut auf. Der Herr Profeſſor! rief er.Iſt's denn möglich? Wahr⸗ haftig, der Herr Profeſſor!

Ja ich bin's, Joſeph. Hab' ich Dir nicht verſprochen, ich wolle Dich beſuchen, nachdem Du den Schatz im Schweden⸗ acker gehoben. Hier bin ich, ich halte mein Wort.

Ein Schatten flog über Joſeph's Geſicht, als er erwiderte: Sie ſind willkommen, Herr Profeſſor; aber Ihr Wort haben Sie nicht gehalten, denn den Schatz habe ich noch immer nicht gefunden.

Meinſt Du? fragte der Profeſſor lächelnd.Ich ſollte doch glauben. Ich ſehe Dich hier in dem neuen, ſchönen Hauſe als wohlhabenden Mann, als glücklichen Gatten und Vater. Der Obermüller hätte Dir doch ſeine Urſchel nicht gegeben, wenn Du ihm nicht tauſend Gulden baares Geld hätteſt zeigen können.

Die habe ich ihm gezeigt und noch mehr und da hat er

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