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Dörenberg : Adolph Streckfuss
Entstehung
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wahrlich, die im Verbrecherkeller anweſende Geſellſchaft war wohl einer näheren Betrachtung werth.

Um mehrere große Tafeln ſaßen auf ſchlechten Bänken die munteren Zecher, der Auswurf der großſtädtiſchen Bevölkerung. In einer Ecke war ein Hazardſpiel im Gange; mit ſtieren Augen blickten die Spieler auf das rollende Geld, die Verlierer ſchimpf⸗ ten und fluchten, die Gewinner jubelten, aber ſchwer wäre es zu ſagen geweſen, ob das Toben der Erſteren oder das Lachen der Letzteren gemeiner und widerwärtiger war.

An einem anderen Tiſche wurde geſungen.

Da wo man ſingt, da laß dich ruhig nieder,

Denn böſe Menſchen kennen keine Lieder! Es wurde geſungen, aber welch' ein Lied! Heldreich errö⸗ thete. Solches Maaß von Unfläthigkeit, in wenige Worte ge⸗ drängt, hatte er noch nicht zu ahnen vermocht.

Zwiſchen den Spielenden, Zechenden, Singenden bewegte ſich ſchnell und geräuſchlos die Kellnerin; hier empfing ſie ein Schimpf⸗ wort, dort einen Kuß, mit dieſem mußte ſie aus einem Glaſe trinken, jener ſtieß ſie wüthend zurück; aber weder Freundlichkeit und Zärtlichkeit noch brutale Grobheit vermochten auf dieſen ab⸗ gelebten Zügen eine Veränderung hervorzurufen.

Heldreich war lange ein ſtummer Beobachter der merkwür⸗ digen Geſellſchaft geweſen, jetzt aber wendete er ſich an Herrn Theudobald Laur, um dieſen nach einem der Spieler zu fragen, der ſeine beſondere Aufmerkſamkeit erregt hatte, nach einem jungen Mann von kaum 25 Jahren, der durchaus nicht in die Geſell⸗ ſchaft, in der er lebte, zu paſſen ſchien. Der Spieler gehörte ſeiner ganzen Erſcheinung nach den höheren Ständen an, während ſeine Genoſſen faſt ſämmtlich halb zerlumpte Arbeiter waren. Er allein fluchte weder, wenn er verlor, noch äußerte er ſeine Freude,