das Urbild jener exiſtenzloſen Menſchen, welche nie arbeiten und dennoch leben, welche nie einen Thaler in der Taſche haben und dennoch an allen öffentlichen Vergnügungsorten zu treffen ſind.
Der Referendar Bombelitz begann mit Heldreich, der ſich zu ihm ſetzen mußte, ſofort ein lebhaftes Geſpräch, während Laur einige leiſe Worte mit Fiſcher ſprach.
„Du bringſt uns da einen ſeltſamen Vogel,“ ſagte Letzterer, „er ſieht aus, als ob nicht viel an ihm zu rupfen wäre.“ 6
„Er kommt nach Berlin, um hier zu ſtudiren. So etwa 50
bis 60 Thaler hat wohl jeder neue Student bei ſich.“ 13 3„Nun, das lohnte ſchon der Mühe. Haſt Du ihn in der „Krone“ einquartiert?“ 4 „Nein, Graf, er wollte durchaus nach dem„Grünen Baum.“ 8 Um ihn nicht mißtrauiſch zu machen, mußte ich nachgeben. Fang 1 auch nicht gleich mit dem Spiel an; erſt wenn er betrunken iſt, 1 ſonſt geht er uns aus dem Garn, denn er iſt ein heller Junge! 36 — Bier her, Lene, wir ſitzen noch ganz trocken.“ 3 Eine ſchlampige Kellnerin brachte zwei Seidel, ſie gab die⸗ ſelben aber nicht aus der Hand, ehe ſie die Bezahlung erhalten hatte. Während ſie wartete, erlaubte ſich der Referendar Bom⸗ belitz einige handgreifliche Scherze; ſie ertrug dieſelben ohne eine Miene zu ändern; es machte ihr keine Freude, kränkte ſie aber auch nicht, ſolche Scherze gehörten ja zum ewigen Einerlei ihres 1„Ihr Wohlſein, Herr Heldreich! Stoßen Sie an auf lange Freundſchaft!“ Mit dieſen Worten ſetzte ſich Herr Theudobald 1
Laur wieder neben Heldreich, der froh war, dadurch von dem Re⸗
ferendar Bombelitz getrennt zu werden; denn dieſer hatte ihn mit fortwährenden Fragen überhäuft und es ihm dadurch unmöglich gemacht, ſich gehörig umzuſchauen. Zetzt konnte er es thun und


