ſie einen ganz beſtimmten Charakter; in allen dieſen Zügen, den jungen wie den alten, hatte ein laſterhaftes Leben einen nie wieder zu verlöſchenden Eindruck ausgeprägt. Der Verbrecherkeller trug ſeinen Namen nicht nur als eine Erinnerung an die Vergangen⸗ heit, er verdiente ihn auch in der Gegenwart, das war Heldreich klar, ſobald er ſich genügend orientirt hatte.
Herr Theudobald Laur führte ſeinen Freund nach einem im Hintergrunde des Kellerraums ſtehenden Tiſch, an welchem vier elegant gekleidete junge Männer ſaßen.—„Meine Herren,“ ſagte er mit Pathos,„ich habe die Ehre, Ihnen hier einen vortreff⸗ lichen jungen Mann, meinen verehrten Freund, Herrn Studioſus Heldreich vorzuſtellen, der erſt heute in Berlin angekommen iſt und nun wünſcht, in Ihren verehrungswürdigen Kreis aufgenom⸗ men zu werden. Herr Heldreich, erlauben Sie mir, Ihnen die Herren vorzuſtellen. Herr Fiſcher.“— Ein großer ſchöner Mann von ariſtokratiſchem Aeußern verbeugte ſich leicht;— Heldreich blickte erſtaunt auf, er hatte eine ſolche Erſcheinung nicht im Ver⸗ brecherkeller geſucht, als er aber in die matten blauen Augen blickte, als er die ſchlaffen, bleichen Züge näher betrachtete, ſchwand ſeine Bewunderung.
„Herr Referendar Bombelitz,“— ein kleiner unterſetzter jun⸗ ger Mann von etwa dreißig Jahren, der mit etwas fadenſchei⸗ niger Eleganz gekleidet war, ſprang auf und begrüßte Heldreich mit einer außerordentlichen Freundlichkeit.„Willkommen in der Mu⸗ ſenſtadt, Commilitone“,— rief er—„hoffentlich ſind Sie Juriſt. Nichts anderes dürfen Sie ſtudiren. Das jus iſt das einzige ver⸗ nünftige Studium. Nicht wahr, Graf?“— Fiſcher, an den er ſich fragend gewendet hatte, nickte ihm mit einem matten Lächeln zu.
Herr Walders und Böhme waren zwei Alltagsgeſtalten, wie ſie zu Dutzenden ſich in den Straßen großer Städte umhertreiben;


