II.
Geldreich fühlte ſich faſt verſucht, umzukehren, als die nach dem Innern des Lokals führende Thür ſich vor ihm öffnete. Er glaubte, in der entſetzlichen Atmoſphäre von Tabaks⸗ und Bierdünſten, welche ihm entgegenquoll, nicht athmen zu können, aber ſchon war es zu ſpät, wenn er ſich nicht lächerlich machen wollte.
Mit dem ernſten Gruß:„Guten Abend, meine Herren Ver⸗ brecher!“ der mit einem wiehernden Gelächter von den Gäſten des Lokals empfangen wurde, war Herr Theudobald Laur in den wei⸗ ten gewölbten Kellerraum getreten; Heldreich folgte ihm auf dem Fuße nach.
Es dauerte einige Sekunden, ehe ſich unſer junger Freund, deſſen Auge an einen derartigen Dunſtkreis nicht gewöhnt war, in dem ausgedehnten Gewölbe zurecht finden konnte. Er ſah an⸗ fangs nur glitzernde, durch den weißen Dampf blinkende Gas⸗ flammen, erſt nach und nach lichtete ſich der Nebel vor ſeinen Blicken und er konnte nun eine ueberſchau der Geſellſchaft, in welche er ſo zufällig eingeführt war, halten.
Herr Theudobald Laur hatte Recht gehabt. Es war eine Geſellſchaft aus allen Ständen gemiſcht, welche ſich hier traulich im Verbrecherkeller vereinte; da ſaß der Blouſemann neben dem Elegant, der halbwüchſige Knabe neben dem Greiſe, der Dreh⸗ orgelſpieler, der ſeine Orgel zur Seite geſtellt hatte, neben dem Bürgersmann. Gemiſcht war die Geſellſchaft und dennoch trug


