Druckschrift 
Dörenberg : Adolph Streckfuss
Entstehung
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Die beiden jungen Männer gingen raſchen Schrittes vorwärts. Herr Theudobald Laur machte ſich ſo liebenswürdig als möglich, indem er ſeinem Begleiter alle öffentlichen Gebäude zeigte, ihn auf dieſe oder jene Sehenswürdigkeit hinwies und dabei den Fa⸗ den des Geſprächs nicht abreißen ließ; plötzlich aber blieb er ſtehen und ſagte:Faſt hätte ich Eins vergeſſen. Sie haben ei⸗ nen weiten Marſch gemacht und müſſen müde, hungrig und dur⸗ ſtig ſein. Im Gaſthof ſind Speiſen und Getränke theuer und ſchlecht. Wie wär's, wenn wir in ein anſtändiges Reſtaurations⸗ lokal einkehrten, um uns ein wenig zu erfriſchen?

Ich habe nichts dagegen!

Wollen Sie zugleich Berlin näher kennen lernen, als dies ſonſt Fremden möglich iſt, ſo könnte ich Sie in ein Lokal führen, in welchem die feinſten Herren neben Arbeitern verkehren, ein Lokal, wie es kein zweites hier giebt. Gutes Bier, gutes Eſſen! Billig, vortrefflich! Aber, mein Herr, als wahrer Freund habe ich die Pflicht, Sie zu warnen: in dem Lokale wird ge⸗ ſpielt, hoch geſpielt. Laſſen Sie ſich nicht zum Spiel verführen!

Haben Sie keine Sorge.

Sie haben das Bewußtſein männlicher Kraft! Gut, ich habe Sie richtig erkannt! Sie brauchen übrigens keine Sorge zu haben, der Kreis, in welchen ich Sie einführen werde, beſteht aus genauen Bekannten von mir, Ehrenmänner in des Wortes ſchönſter und edelſter Bedeutung(er zog bei dieſen Worten den Hut etwas tiefer in's Geſicht), vor dieſen brauchen Sie ſich nicht zu ſcheuen, wenn etwa zufällig ein Geſellſchaftsſpielchen gemacht werden ſollte, wohl aber vor den übrigen Gäſten; denn ich ver⸗ hehle es Ihnen nicht, die Geſellſchaft iſt gemiſcht und Sie werden wohl daran thun, Jedem zu mißtrauen, den ich Ihnen nicht vorſtelle. Das Lokal heißt der Verbrecherkeller.