Druckschrift 
Dörenberg : Adolph Streckfuss
Entstehung
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Ein recht einladender Name. Nur ein Scherzname. Früher ſollen in dem Keller, der jetzt als Reſtauration benutzt wird, Verbrecher gehauſt haben, da hat man denn den Namen zum Scherz beibehalten und die Gäſte nennen ſich gegenſeitig:Herr Verbrecher. Glauben Sie mir, ich würde Sie als Ihr wahrer Freund ſicherlich nicht in ein ſchlechtes Lokal bringen. Das ſei fern von mir! Verkennen Sie mich nicht.

Heldreich war von den Verſicherungen ſeines wahren Freun⸗ des keineswegs vollſtändig überzeugt; aber er hatte ſich einmal entſchloſſen, den ſeltſamen Menſchen näher kennen zu lernen, ihn in ſeinem Treiben zu beobachten, um ſeine Menſchenkenntniß zu bereichern, und er zögerte deshalb auch nicht, ihn nach dem Ver⸗ brecherkeller zu begleiten. Eine günſtigere Gelegenheit, direct in eine Gaunergeſellſchaft eingeführt zu werden, konnte ſich ihm ſchwer⸗ lich je wieder darbieten.

Vor einem großen Hauſe, aus deſſen unmittelbar über dem Pflaſter gelegenen Kellerfenſtern ein helles Licht hervorſtrahlte, blieb Herr Theudobald Laur ſtehen.Wir ſind zur Stelle! ſagte er, indem er auf eine nach dem Keller hinunterführende, hell mit Gas erleuchtete Treppe zeigte.Hier iſt der Verbrecher⸗ keller; aber nun, mein Herr, muß ich noch eine Förmlichkeit er⸗ füllen, ich muß Sie um Ihren werthen Namen bitten. Ver⸗ kennen Sie mich nicht, mein Herr, ich ſetze kein Mißtrauen in Ihre Ehrenhaftigkeit. Gewiß nicht! Ein Zug des Herzens hat mich zu Ihrem Freunde gemacht und bürgt mir für Sie, aber ich kenne Sie noch nicht dem Namen nach und bin doch ver⸗ pflichtet, Sie der ſehr ehrenwerthen Geſellſchaft vorzuſtellen, in welche ich Sie einführen will. Hier iſt meine Karte, mein Herr! Er zog bei dieſen Worten eine Brieftafel aus der Taſche und