Druckschrift 
Dörenberg : Adolph Streckfuss
Entstehung
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nicht, mein Herr, ich bin kein Tugendphiliſter, wahrhaftig nicht! Auf mein Ehrenwort nicht! Niemand darf ſich unterſtehen, Theu⸗ dobald Laur einen Philiſter zu nennen, ich meine das Hazard⸗ ſpiel, das ſchändliche, niederträchtige verabſcheuungswürdige Ha⸗ zardſpiel! Ein einfaches Geſellſchaftsſpielchen, wenn es nicht um hohe Summen geht, iſt gewiß kein Verbrechen, im Gegentheil, jungen Leuten als ein argloſes Vergnügen nur anzurathen. Welche Spiele ſpielen Sie, mein Herr?

Ich ſpiele niemals, kenne auch keine Karten! war die trockene Antwort.

Ein ſehr befriedigtes Lächeln ſpielte um die bleichen Lippen des Herrn Theudobald Laur, als er fortfuhr:Sie ſind ein Mann nach meinem Herzen, mein Herr! Hüten Sie ſich vor den Karten. Wie leicht iſt es für einen falſchen Spieler, mit Karten zu betrügen. Zede Karte iſt kenntlich, man kann die Volte ſchlagen, man hat das Glück in ſeiner Hand. Rühren Sie nie eine Karte an, wenn Ihnen ein wahrer Freund rathen ſoll. Mit dem Würfeln iſts was Anderes, freilich giebt's auch falſche, aber in anſtändiger Geſellſchaft kommen die nicht vor, und wenn Sie mit Bekannten ſpielen, brauchen Sie keine Sorge zu haben. Aber da plaudern wir ein und das Andere und das Wichtigſte vergeſſen wir. Wie ſteht's, haben Sie denn ſchon einen guten Gaſthof?

Mir iſt von meinem Vater der grüne Baum empfohlen; er hat dort vor Jahren einmal gewohnt.

Der grüne Baum? Hm, ja. Ich will nichts gegen den grünen Baum ſagen; verkennen Sie mich nicht, durchaus nicht; aber ich möchte Ihnen doch die ſilberne Krone anrathen.

Weshalb dieſe beſonders?