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Heldreich ſchaute ſeinen Begleiter mit einiger Verwunderung, aber auch mit einem gewiſſen Intereſſe an. Er traf hier auf eine neue, ihm bisher vollkommen unbekannte Menſchen⸗Species, und er beſchloß, dieſelbe zum Gegenſtand ſeines pſychologiſchen Studiums zu machen, ohne ſich dabei indeſſen zu verhehlen, daß ſolche Studien auf dem ihm fremden Boden der großen Stadt einigermaßen gefährlich werden könnten. Er hatte viel über das Leben und Treiben in Berlin geleſen und gehört, ſein praktiſcher Sinn ſagte ihm daher ſofort, daß er es hier mit einem jener Betrüger zu thun habe, welche ſich an die Fremden drängen, um dieſe auf irgend eine Weiſe zu beſtehlen oder anderweit zu be⸗ gaunern.— Aber dieſe Erkenntniß, weit entfernt, ihn zurückzu⸗
ſchrecken, reizte ihn nur. Die Begegnung mit dem zudringlichen
Elegant erſchien ihm jetzt als ein höchſt intereſſantes Abenteuer, welches er möglichſt auszunutzen beſchloß. Gerade weil er den Betrüger erkannt hatte, konnte ihm derſelbe nicht mehr gefährlich werden.
Der Fremde ahnte nichts von dem Gedankengange unſeres jungen Freundes, er war überzeugt, auf denſelben einen tiefen Eindruck gemacht zu haben und ſchritt deshalb, um dieſen nicht zu verwiſchen, ſchweigend einher. Nach kurzer Pauſe ſeufzte er tief und fuhr dann fort:„Mein Herr, Sie ſind noch fremd in dieſem großen Pfuhl der Verderbtheit, nehmen Sie deshalb den Rath eines wahren Freundes an: Hüten Sie ſich vor ſchlechter Geſellſchaft!— Schlechte Geſellſchaft iſt in Berlin der Verderb aller jungen Leute!— Insbeſondere aber, mein Herr, hüten Sie ſich vor dem Spiel! Das Spiel iſt das größte aller Laſter! Das Spiel iſt der Abgrund der Hölle, es entwürdigt, degradirt, ent⸗ ſittlicht und demoraliſirt. Nicht, daß ich etwas gegen ein un⸗ ſchuldiges kleines Kartenſpielchen hätte,— verkennen Sie mich


