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Dörenberg : Adolph Streckfuss
Entstehung
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mützchen etwas wirr hervorquellende lockige Haar ein wenig ge⸗ ordnet hatte und dann ſeinen Weg weiter fortſetzte, war ihm doch bei Weitem nicht ſo wohl zu Muthe, als er längſt vorher gehofft.

Mit welcher Sehnſucht hatte er dem Augenblick entgegen⸗

geſchaut, der ihm die Erfüllung ſeiner heißeſten Wünſche bringen

ſollte! Der Name der Hauptſtadt hatte für ihn einen zau⸗ beriſchen Klang gehabt; die Hoffnung, in derſelben ſeine Studien zu vollenden, war ihm der größte Anſporn zum Fleiß auf dem Provinzial⸗Gymnaſium geweſen. Endlich war das Abiturienten⸗ Examen glücklich überſtanden und nach einem kurzen Ferienauf⸗ enthalt beim Vater, der als Prediger in einem entlegenen Dorfe wohnte, kam Karl Heldreich jetzt nach der Reſidenz, um auf der berühmten Univerſität zu ſtudiren und zugleich während der Stu⸗ dienzeit ſich die Mittel für dieſelbe zu erwerben.

Sein liebſter, ſeit Jahren gehegter Wunſch war erfüllt und dennoch konnte er der Erfüllung nicht recht froh werden. Die roſigen Hoffnungen, mit denen er noch vor wenigen Stunden an den Augenblick des Einwanderns in die Hauptſtadt gedacht hatte, verſanken in dem Gefühl des Alleinſeins unter den Tauſenden, die unbekümmert um den Fremden vorüberzogen, ohne ihn im geringſten zu beachten; jetzt fühlte er zum erſten Male einen Zweifel an ſeiner Jugendkraft, eine Sorge darüber, ob es ihm, dem Unbekannten, der ohne irgend eine Empfehlung eintrat in das Chaos der Weltſtadt, möglich ſein werde, ſich in derſelben eine Exiſtenz zu ſchaffen. Ein Fröſteln, eine Beängſtigung über⸗

kam ihn, wie er dieſelbe nie gefühlt; aber nicht lange ließ er

ſich durch ſo ungewohnte Empfindungen beirren, er lächelte ſelbſt über ſeine Kleinmüthigkeit, und wanderte ſchnellen Schrittes in die Stadt hinein.

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