Druckschrift 
Onkel Tom's Hütte, oder Negerleben in den Sklavenstaaten von Amerika : nebst der neuen von der Verfasserin eigens für Europa geschriebenen Vorrede / von Harriet Stowe, geb. Beecher ; nach der zwanzigsten amerikanischen Auflage aus dem Englischen
Entstehung
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Burſchen, der ungefähr ſo ausſah, oben bei Bernan getroffen hätten.“

ſerer Gegend Keinen giebt, für den ſeine Neger mehr thäten als für mich. Meine Burſchen ſind mehr als einmal mit Pferden im Werthe von fünfhundert Dollars in Cincinnati geweſen und haben mir das Geld richtig gebracht. Es war ver⸗ nünftigerweiſe auch zu erwarten, daß ſie es thun würden. Wer ſie wie die Hunde behandelt, kann von ihnen nur Hundearbeit und Hundehandlungen erwarten. Wer ſie wie Menſchen behandelt, dem wird auch Menſchenarbeit zu Theil.“

Und der brave Pferdezüchter bekräftigte dieſen Ausſpruch in ſeinem Eifer mit einem wahren Freudenfeuer nach dem Kamin.

„Ich glaube, daß Sie ganz recht haben, Freund,“ ſagte Mr. Wilſon,„und der hier beßhriehene iſt ein wackerer Burſche,— das läßt ſich nicht beſtreiten. Er hat wohl ein halbes Dutzend Jahre in meiner Sacktuchfabrik für mich ge⸗ arbeitet und er war mein beſter Arbeiter, Sir. Er iſt überdies ein kluger Menſch, denn er hat eine Hanfreinigungsmaſchine erfunden— eine ſehr werthvolle Vor⸗ richtung, die ſchon in mehreren Fabriken in Gebrauch iſt. Sein Herr hat ein Patent darauf genommen.“

„Das glaube ich,“ ſagte der Pferdezüchter;„er hat das Patent und ver⸗ dient Geld damit und dann geht er hin und brandmarkt den Burſchen in die rechte Hand. Wenn ſich eine gute Gelegenheit dazu darböte, wollte ich ihn zeich⸗ nen, daß er es ſobald nicht verlieren ſollte.“

„Die klugen Neger ſind immer vorlaut und unfolgſam,“ ſagte ein roh aus⸗ ſehender Mann, der am andern Ende des Zimmers ſaß.„Deshalb werden ſie auch ſo gebrandmarkt. Wenn ſie ſich benähmen wie es ihnen geziemt, ſo würde ihnen das nicht widerfahren.“

„Sie ſind auch Menſchen, die der Herr geſchaffen hat, und es gehört eine herzloſe Grauſamkeit dazu, um ſie zum Vieh zu erniedrigen,“ ſagte der Pferde⸗ züchter trocken.

„Kluge Nigger ſind für ihre Herren kein Vortheil,“ fuhr Jener, der ſich hinter ſeiner rohen Gefühlloſigkeit gegen die Verachtung ſeines Gegners ver⸗ ſchanzt hatte, fort.„Was nützen Talente und dergleichen, wenn man die Kerle nicht dazu bewegen kann ſie für Einen anzuwenden? Sie wenden ſie zu weiter nichts an als Einen zu betrügen. Ich habe ein paar ſolche Burſchen gehabt und vor Kurzem flußabwärts verkauft. Ich wußte, daß ich ſie früher oder ſpäter ver⸗ loren haben würde, wenn ich es nicht gethan hätte.“

Hier wurde das Geſpräch durch das Anhalten eines einſpännigen Wagens vor dem Wirthshaus unterbrochen. Er ſah fein aus und ein gutgekleideter Mann ſaß darin, während ein farbiger Diener das Pferd lenkte.

Die ganze Geſellſchaft betrachtete den Ankommenden mit dem Intereſſe, womit müßige Leute an einem Regentage jeden Fremden eintreten ſehen. Er war hochgewachſen, hatte eine dunkle, ſpaniſche Geſichtsfarbe, ſchöne, ausdrucks⸗ volle ſchwarze Augen und dicht gelocktes Haar von ebenfalls glänzender Schwärze. Seine gutgeformte Adlernaſe, ſeine feinen, ſchmalen Lippen und die herrlichen Umriſſe ſeines ſchöngebauten Körpers brachten die ganze Geſellſchaft augen⸗ blicklich auf die Idee, daß ſie einen ungewöhnlichen Mann vor ſich ſähen. Er ſchritt ungezwungen durch die Gäſte, zeigte dem Aufwärter mit einer Kopfbe⸗ wegung, wohin er ſeinen Koffer ſtellen ſolle, verbeugte ſich gegen die Aniſht mit dem Hute in der Hand gemächlich an den Schenktiſch und nannte

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Butler von Oaklands in der Grafſchaft Shelby. Hierauf wendete

er ſich mit gleichgiltiger Miene um, ging nach der Stelle, wo die Ankündigung angeſchlagen war und las dieſelbe.

„Jim,“ ſagte er dann zu ſeinem Diener„es ſcheint mir, als ob wir einen