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Onkel Tom's Hütte, oder Negerleben in den Sklavenstaaten von Amerika : nebst der neuen von der Verfasserin eigens für Europa geschriebenen Vorrede / von Harriet Stowe, geb. Beecher ; nach der zwanzigsten amerikanischen Auflage aus dem Englischen
Entstehung
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g Nun ihr braucht ihn nicht ſo zuſammenzuſchließen; er iſt das treueſte, eſte Geſchöpf.“

„Ja ja,“ ſagte Haley;„aber die guten Burſchen ſind gerade Diejenigen, die am meiſten auf das Entlaufen ausgehen. Die Dummen, denen es egal iſt, wohin ſie gehen und die liederlichen Trunkenbolde, die ſich aus Nichts etwas

machen, bleiben bei Einem und machen ſich ein Vergnügen daraus, ſich umher fahren zu laſſen, aber die Kerle von der Primaſorte haſſen es wie die Sünde. Es giebt nichts Beſſeres, als ſie zu feſſeln; ſie haben Beine und gebrauchen ſie, ſobald ſie können.“

„Nun,“ ſagte der Schmied indem er unter ſeinen Werkzeugen umherſuchte, „die Pflanzungen dort unten, Fremder, ſind nicht eben der Ort, wohin die Kentuckyer Nigger gern gehen. Sterben ſie dort nicht ſehr ſchnell?“

„Jawohl, leidlich ſchnell; das Acclimatiſiren und das Eine oder Andere bringt ſie ſo häufig um, daß auf dem Markte beſtändig gute Nachfrage iſt.“

„Nun, man kann ſich des Gedankens nicht enthalten, daß es Jammerſchade iſt, daß ein wackerer ſtiller, anſtändiger Burſche, ein ſo guter Kerl wie Tom, auf einer von den Zuckerplantagen aufgebraucht werden ſoll.“

„Ei, er hat gute Ausſichten. Ich habe das Verſprechen gegeben, mich ſeiner anzunehmen, ich werde ihn als Hausdiener in einer guten alten Familie unter⸗ bringen, und wenn er das Acclimatiſiren und das Fieber überſteht, ſo wird er ſich dort ſo wohl befinden, wie es ein Neger nur immer verlangen kann.“ „Seine Frau und Kinder bleiben wohl hier vben zurück?“

„Ja, aber er wird dort eine andere erhalten. Gott, Weiber giebt's überall „„ſagte Haley.

Tom ſaß betrübt vor der Schmiede, während dieſes Geſpräch im Innern

ſtettfand. Plötzlich vernahm er hinter ſich den ſchnellen, kurzen Hufſchlag eines

rdes und ehe er ſich noch von ſeiner Ueberraſchung erholen konnte, befand

ſich George, der Sohn ſeines ehemaligen Herrn bei ihm. Er ſprang in den Wagen, ſchlang ſtürmiſch ſeine Arme um den Hals des Negers und ſchluchzte und ſchalt energiſch.

„Es iſt wahrhaftig gemein. Sie mögen Alle ſagen, was ſie wollen, aber es iſt eine Sünde und Schande. Wenn ich ein Mann wäre, ſo ſollten ſie es nicht thun— ſie ſollten es wahrhaftig nicht thun,“ ſchrie George.

„O Mr. George, das thut mir gut,“ ſagte Tom,„ich hätte es nicht ertragen fortzugehen, ohne Sie geſehen zu haben. Sie wiſſen nicht, wie gut es mir thut.“

Hier machte Tom eine Bewegung mit den Füßen und George's Blicke fielen auf die Feſſeln.

„Das iſt eine Schande!“ rief er die Hände emporhebend.„Wahrhaftig, ich werde den alten Keri zu Boden ſchlagen— ja, das werde ich.“

„Nein, das werden Sie nicht, Mr. George, und Sie müſſen nicht ſo laut ſprechen, es wird mir nichts helfen, wenn Sie ihn böſe machen.“

„Nun, um Deinetwillen werde ich es unterlaſſen, aber es iſt eine wahre Schande. Man hat mich weder kommen laſſen, noch mir auch nur ein Wort geſagt, und wenn Tom Lincon nicht geweſen wäre, ſo hätte ich gar nichts davon Ich habe ſie zu Hauſe alle gehörig dafür ausgeſcholten, das kann ich

ir ſagen.“

fürchte, daß das nicht recht war, Mr. George.“

ch kann nicht anders; ich bleibe dabei, daß es eine Schande iſt. Schau her, Onkel Tom,“ fügte er hinzu, indem er der Schmiede den Rücken zukehrte

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