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Onkel Tom's Hütte, oder Negerleben in den Sklavenstaaten von Amerika : nebst der neuen von der Verfasserin eigens für Europa geschriebenen Vorrede / von Harriet Stowe, geb. Beecher ; nach der zwanzigsten amerikanischen Auflage aus dem Englischen
Entstehung
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unter dem weiblichen Theile gab ſich redliche Theilnahme und Schmerz in be⸗ deutendem Maße kund.

„Ei Chloe, Du trägſt es beſſer wie wir,“ ſagte eines von den Weibern, welches reichliche Thränen vergoſſen hatte, als es die düſtere Stille, womit Tante Chloe am Wagen ſtand, wahrnahm.

„Meine Thränen ſind vorüber,“ ſagte ſie mit einem grimmigen Blicke auf den jetzt herankommenden Sklavenhändler.„Ich kann vor dem alten Satan dort nicht weinen.“

„Steige ein,“ ſagte Haley zu Tom, als er durch die ihn mit gerunzelter Stirn anblickende Sklavengruppe ſchritt.

Tom ſtieg ein und Haley zog unter dem Wagenſitze ein paar ſchwere Feſſeln hervor und ſchloß ſie um die Knöchel des Negers.

Den ganzen Kreis durchlief ein dumpfes Stöhnen der Entrüſtung und Mrs. Shelby rief von der Veranda aus:

„Ich verſichere Ihnen, Mr. Haleh, daß dieſe Vorſichtsmaßregel vollkom⸗

men unnöthig iſt.“

„Daß weiß ich nicht Madam, ich habe in dieſem Hauſe ſchon fünfhundert Dollars verloren und kann mich keiner weiteren Gefahr ausſetzen.“

„Was konnte ſie anders von ihm erwarten!“ ſagte Tante Chloe zornig während die beiden Knaben, die jetzt das Schickſal ihres Vaters zu begreifeß ſchienen, ſich unter heftigem Schluchzen und Weinen an ihr Kleid hingen.

„Es thut mir leid, daß Mr. George nicht da iſt,“ ſagte Tom.„

George war nach einem benachbarten Gute gegangen um zwei bis drei Tage bei einem Kameraden zuzubringen, und hatte, da er in der Früh, des Morgens, ehe Tom's Unglück allgemein bekannt wurde, abgereiſt war, richts davon vernommen.

„Grüßt Mr. George,“ ſagte er noch vom Wagen herab.„

Haley peitſchte das Pferd und Tom wurde mit bis zur letzten Minute abf ſeinen Geburtsort gehefteten trüben Blicken aus der Gegend entführt.—

Mr. Shelby war zu jener Zeit nicht zu Hauſe. Er hatte Tom, von der Nothwendigkeit getrieben, verkauft, um aus der Gewalt eines Mannes, den er fürchtete zu kommen, und ſein erſtes Gefühl nach dem Abſchluſſe des Handels war das der Erleichterung geweſen. Die Vorſtellungen ſeiner Gattin hatten jedoch ſein halbſchlummerndes Bedauern erweckt und Tom's Uneigennützigkeit das Unangenehme ſeiner Gefühle verſtärkt. Er ſagte ſich vergebens, daß er das Recht habe, es zu thun, daß es ein Jeder thue und daß Manche es ſelbſt ohne die Entſchuldigung der Nothwendigkeit thaten; er konnte ſeine Gefühle nicht unterdrücken und hatte um nicht Zeuge von der unerfreulichen Scene des Ab⸗ ſchieds werden zu müſſen, eine kurze Geſchäftsreiſe angetreten, indem er hoffte, daß vor ſeiner Rücktehr Alles vorüber ſein würde.

Tom und Haley rollten auf der ſtaubigen Landſtraße dahin bis ſie die Grenze des Gutes hinter ſich hatten und auf die offene Chauſſee kamen. Nach⸗ dem ſie etwa eine Meile gemacht hatten, hielt Haley plötzlich an der Thür einer Schmiede an, nahm ein paar Handſchellen aus dem Wagen und trat in die Werkſtätte um an ihnen eine kleine Aenderung vornehmen zu laſſen. „Dieſe hier ſind für ſeinen Bau etwas zu eng,“ ſagte Haley, indem er die Schellen zeigte und auf Tom hinaus deutete.

„Herrgott, iſt das nicht Shelby's Tom?— er hat ihn doch nicht verkauft?“ ſagte der Schmied.

„Ja, das hat er“ antwortete Haley.

„Ei wirklich! was Ihr da ſagt!“ rief der Schmied.—„Wer hätte das

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