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wer wird ſie Dir das nächſte Mal ausbeſſern!“ Und Tante Chloe, welche aber⸗ mals von ihren Gefühlen überwältigt wurde, legte ſchluchzend den Kopf auf die Kiſte.„Wenn ich bedenke, daß kein Menſch in kranken oder geſunden Tagen mehr für Dich ſorgen wird! Ich denke wirklich, daß ich nicht gut ſein ſollte.“ Nachdem die Knaben Alles, was auf dem Frühſtückstiſche ſtand, verzehrt hatten, begannen ſie an die Lage der Dinge zu denken, und da ſie ihre Mutter weinen und ihren Vater mit trüber Miene daſitzen ſahen, zu ſchluchzen und ſich die Augen zu reiben. Onkel Tom hatte den Säugling auf dem Knie und ge⸗ ſtattete ihm ſein Geſicht zu kratzen und ihn am Haar zu zupfen und in lärmende Freudenrufe, welche offenbar ſeinen innern Reflexionen entſprangen, auszu⸗ brechen. krähe nur zu, arme Kreatur,“ ſagte Tante Chloe,„Du wirſt auch noch daran kommen, Du wirſt es erleben, Deinen Mann verkaufen zu ſehen oder vielleicht ſelbſt verkauft zu werden, und die Jungen hier werden wohl auch noch verkauft werden; das iſt leicht möglich, ſobald ſie zu etwas nütze ſind. Nigger dürfen einmal nichts haben.“ Hier rief einer von den Knaben:„Da kommt die Miſſis.“ „Sie kann auch nichts nutzen, weshalb kommt ſie?“ ſagte Tante Chloe. Mrs. Shelby trat ein. Tante Chloe holte ihr auf entſchieden mürriſche
Weiſe einen Stuhl herbei. Sie ſchien weder die Art, in der es geſchah, noch die
Bewegung überhaupt zu bemerken. Sie ſah bleich und ſorgenvoll aus.
„Tom,“ ſagte ſie,„ich komme um—“ und ſie hielt plötzlich inne, be⸗ trachtete die ſtumme Gruppe, ſank in den Stuhl, bedeckte ihr Geſicht mit dem Taſchentuche und begann zu ſchluchzen.
„Gvott, Miſſis— thun Sie das nicht!“ rief Tante Chloe, die jetzt ebenfalls zu ſchluchzen begann, und ſie brachen Alle in Thränen aus.
Mein guter Burſche,“ ſagte Mrs. Shelby,„ich kann Dir nichts geben, was Dir von Nutzen ſein würde. Wenn ich Dir Geld gäbe, ſo würde man es Dir nur wieder abnehmen, aber ich ſage Dir feierlich und vor Gott, daß ich Dich nicht aus den Augen verlieren und Dich wieder zurückbringen werde, ſobald ich das Geld auftreiben kann. Bis dahin vertraue auf Gott.“
Hier ſchrieen die Knaben, daß Mr. Haley komme und kurz darauf wurde die Thür mit einem Fußtritte aufgeſtoßen. Haley ſtand in der ſchlimmſten Laune auf der Schwelle, denn er war die vorhergegangene Nacht ſcharf geritten und durch den ſchlechten Erfolg des Verſuchs ſeiner Beute wieder habhaft zu werden, keineswegs zu einer friedlichen Stimmung geneigt gemacht worden.
„Komm Du Nigger, biſt Du fertig?“ rief er.„Diener Madam,“ und er nahm den Hut ab, als er Mrs. Shelby ſah.
Tante Chloe verſchloß die Kiſte, umſchnürte ſie, ſtand auf und blickte zor⸗ nig den Sklavenhändler an. Ihre Thränen ſchienen ſich plötzlich in Feuerfunken verwandelt zu haben.
Tom erhob ſich unterwürfig um ſeinem neuen Herrn zu folgen und nahm ſeine ſchwere Kiſte auf die Schulter. Seine Frau nahm den Säugling in die Arme um mit ihm bis an den Wagen zu gehen, und die immer noch weinenden Kinder bildeten den Nachtrab.
Mrs. Shelby trat zu dem Händler, hielt ihn einige Augenblicke zurück und ſprach eifrig mit ihm, während die ganze Familie ſich zu einem angeſpannt vor der Thür ſtehenden Wagen begab.
Sämmtliche Sklaven des Gutes hatten ſich um denſelben verſammelt, um von ihrem alten Genoſſen Abſchied zu nehmen. Sie hatten Tom ſowohl als oberſten Diener wie als Lehrer des Chriſtenthums hoch verehrt und beſonders


