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Beide die unbedingte Nothwendigkeit ein, ihren Gefühlen einen Zügel anzu⸗ legen. Je hoffnungslvſer, eigennützig und gefühllos er erſchien, deſto größer wurde Mrs. Shelby's Furcht, daß es ihm gelingen könne, Eliza und ihr Kind wieder zu fangen, und natürlich deſto ſtärker auch ihr Wunſch, ihn durch jeden weiblichen Kunſtgriff aufzuhalten. Sie lächelte daher freundlich, ſtimmte ihm bei, plauderte vertraulich und that Alles, was ſie konnte, um die Zeit unmerk⸗ lich verſtreichen zu laſſen.
Um zwei Uhr führten Sam und Andy die dem Anſchein nach durch den Galvpp am Morgen bedeutend erfriſchten und geſtärkten Pferde vor. Sam hatte ſich nach Tiſche friſch mit einem Ueberfluſſe von eifriger Dienſtfertigkeit eingeölt. Als ſich Haley ihm näherte, rühmte er ſich prahleriſch gegen Andy, daß das Unternehmen vffenbar gelingen müſſe, ſobald er ordenlich im Ge⸗
irr ſei. 3„Euer Herr hält wohl keine Hunde?“ fragte Haley nachdenklich, als er ſich zum Aufſitzen anſchickte.
„Eine ganze Menge,“ erwiderte Sam triumphirend,„ſehen Sie dort, Bruno, das iſt ein Kerl, und außerdem hält noch ziemlich jeder Neger unter uns einen Kläffer von der einen oder andern Race.“
„Pah!“ antwortete Haley, und fügte noch etwas in Bezug auf die be⸗ ſagten Hunde hinzu, worüber Sam murmelte;*
„Ich ſehe nicht ein, weshalb es nöthig wäre, ſie zu verfluchen.“
„Aber Euer Herr hält keine Hunde— ich kann mir wohl denken, daß er es nicht thut— um Neger aufzuſpüren?“
Sam wufte recht gut, was er meinte, aber er behielt ſeine Miene ernſt⸗ hafter, verzweifelter Einfalt bei.
„Alle unſere Hunde haben einen bedeutenden, ſcharfen Geruch, ich glaube wohl, daß ſie von der rechten Sorte ſind, wenn ſie auch niemals Uebung ge⸗ habt haben. Sie ſind die beſten Spürhunde auf beinahe Alles, wenn man ſie nur einmal auf die Spur ſetzt. Hierher, Bruno!“ und er pfiff dem
Neufoundländer, welcher mit ſtürmiſchen Sätzen auf ſie zuſprang.
„Geh an den Galgen!“ ſagte Haley, indem er auſſtieg,„becile Dich, daß Du auf das Pferd kommſt.“
Sam ſprang dem Befehle gemäß auf und wußte dabei Andy mit einem ge⸗ ſchickten Handgriffe ſo zu kitzeln, daß dieſer in lautes Lachen ausbrach. Haley war darüber hoͤchlichſt entrüſtet und hieb mit der Reitpeitſche nach ihm.
„Ich bin darüber erſtaunt, Andy,“ ſagte Sam mit Gravität, dies iſt ein ernſthaftes Geſchäft; Du mußt nicht denken, daß es ein Spaß iſt. Dies iſt nicht die rechte Weiſe, um dem Maſter zu helfen.“
„Ich werde den geraden Weg nach dem Fluſſe einſchlagen,“ ſagte Halch entſchieden, ſobald ſie an die Grenzen des Gutes gelangt waren;„ich weiß, wie ſie es Alle machen— ſie ſchlagen den Weg nach dem Unterlande ein.“
„Ganz gewiß,“ antwortete Sam,„das iſt die rechte Idee, Mr. Haley hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Nun giebt es zwei Straßen nach dem Fluſſe — den Kothweg und die Chauſſee; welche will der Maſter einſchlagen?“
Andy blickte unſchuldig und über dieſe geographiſche Neuigkeit erſtaunt zu Sam auf, aber dieſer beſtätigte das von ihm Geſagte augenblicklich durch eine laute Wiederholung. 4
„Sehen Sie, ſagte Sam,„ich bin zu der Vermuthung geneigt, daß Lizih den Kothweg eingeſchlagen hat, weil er am wenigſten begangen wird.“
Haley ließ ſich trotzdem, daß er ein alter Vogel und wenig geneigt war, ſich mit Spreu abfüttern zu laſſen, doch von dieſer Anſicht ſo ziemlich einnehmen.
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