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Onkel Tom's Hütte, oder Negerleben in den Sklavenstaaten von Amerika : nebst der neuen von der Verfasserin eigens für Europa geschriebenen Vorrede / von Harriet Stowe, geb. Beecher ; nach der zwanzigsten amerikanischen Auflage aus dem Englischen
Entstehung
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41 Ih möchte mich lieber zehntanſendmal verkaufen laſſen, als Alle die auf unſerer Seele haben, wofür jenes arme Geſchöpf ſich zu verantworten haben wird.

„Das wollte ich auch,“ ſagte Jake.„Gott, würden wir es nicht bekommen, Andy.“

zuckte die Achſeln und ließ ein beiſtimmendes Pfeifen vernehmen.

„Es freut mich, daß der Maſter nicht dieſen Morgen fortgegangen iſt, wie eres thun wollte,“ ſagte Tom,„das hätte mir weher gethan, als das Verkaufen. Es wäre vielleicht natürlich für ihn geweſen, aber würde es mir, der ihn von Jugend auf gekannt hat, verzweifelt ſchwer angekommen ſein— ich habe jedoch den Maſter geſehen und fange an, mich jetzt mit dem Willen des Herrn auszu⸗ ſöhnen. Maſter hat nicht anders gekonnt, er hat recht gethan, aber ich fürchte, daß es ſchlimm gehen wird, wenn ich fort bin. Man kann nicht erwarten, daß der Maſter beſtändig überall die Augen hat, wie ich es gethan habe, und Alles zuſammen hält. Die Burſche meinen es Alle gut, aber ſie ſind mächtig nach⸗ läſſig. Das iſt es, was mich beunruhigt.“

Hier klingelte es und Tom wurde in das Geſellſchaftszimmer gerufen.

„Tom, ſagte ſein Herr gütig;„ich wünſche Dir bemerklich zu machen, daß ich mich gegen dieſen Herrn mit tauſend Dollars dafür verbürgt habe, daß Du zur Stelle ſein wirſt, wenn er Deiner bedarf. Er geht heute fort, um nach ſeinen andern Geſchäften zu ſehen und Du kaunſt den Tag für Dich be⸗ nutzen. Gehe wohin Du willſt, mein Junge.“

„Dank Ihnen, Maſter,“ ſagte Tom.

„Und paſſe auf“ ſagte der Händler,„und komm Geinem Herrn nicht etwa mit einem von Deinem Niggerſtreichen, denn ich werde ihm das Geld bis auf den letzten Cent abnehmen, wenn Du nicht da biſt. Wenn er auf mich hörte, ſo würde er Keinen von Euch trauen. Ihr ſeid glatt wie die Aale.“

„Maſter,“ ſagte Tom, und er richtete ſich hoch auf—„ich war gerade acht Jahr alt, als die alte Miſſis Sie in meine Arme legte und Sie noch kein Jahr alt waren, da, ſagte ſie: Tom, das wird Dein junger Herr ſein, habe Acht auf ihn, ſagte ſie, und jetzt frage ich Sie nur, Maſter, ob ich jemals mein Wort gegen Sie gebrochen oder Ihnen Ungehorſam bewieſen habe, beſonders ſeit ich ein Chriſt bin.“

Mr. Shelby war tief gerührt und die Thränen ſtiegen ihm in die Augen. „Mein guter Burſche,“ ſagte er,„Gott weiß, daß Du nicht mehr als die Wahrheit ſagſt, und wenn ich im Stande wäre, es zu ändern, ſo würde ich Dich um die ganze Welt nicht verkaufen.“

„Und ſo wahr ich eine Chriſtin bin,“ fügte Mrs. Shelby hinzu,„ſo ſollſt Du wieder gekauft werden, ſobald ich auf irgend eine Weiſe die Mittel zu⸗ ſammenbringen kann. Sir,“ fuhr ſie gegen Haley gewendet fort,„ſchreiben Sie mir, an wen Sie ihn verkaufen.“

„Ja, was das betrifft, das will ich gern thun,“ antwortete der Händler, „ich werde ihn vielleicht in einem Jahre zurückbringen, ohne daß ihm die Ab⸗ nutzung in der Arbeit viel geſchadet hat, und ihn wieder an Sie verkaufen.“

„Ich werde dann mit Ihnen handeln, und es ſoll Ihr Nachtheil nicht

ſein“ ſagte Mrs. Shelby.. „Natürlich!“ antwortete der Händler,„mir iſt es Alles Eins; ich handle eben ſo gernflußaufwärts wie abwärts, wenn ich nur ein gutes Geſchäft mache. Ich verlange weiter nichts als zu leben, wiſſen Sie, Madam, und ich denke, daß wir das Alle wollen.“ Mr. und Mrs. Shelby fühlten ſich über dieſe vertrauliche Unverſchämtheit des Sklavenhändlers unmuthig und von ihr herabgewürdigt, und doch ſahen