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ſchärfungen ſich zu beeilen, die kurze Antwort gab, daß ſie keine Luſt habe ſchlechte Brühe auf den Tiſch zu bringen, um bei einer Häſcherei zu helfen.
Der Eine ſtürzte mit dem Waſſer hin und mußte an den Brunnen gehen, um friſches zu holen und ein Anderer warf die Butter in den Weg der Ereig⸗ niſſe, und von Zeit zu Zeit wurde kichernd die Nachricht in die Küche gebracht, daß Mr. Haley äußerſt unruhig ſei und daß er keine Ruhe auf ſeinem Stuhle habe, ſondern beſtändig umher gehe und an die Fenſter und in das Vorhaus trete.
„Das geſchieht ihm ſchon recht,“ ſagte Tante Chloe entrüſtet,„er wird noch einmalſchlimmerals unruhig werden, wenn er ſich nicht beſſert. SeinHerr wird ihn holen, und dann wollen wir ſehen, welches Geſicht er machen wird.“
„Er wird ſicherlich in die Hölle kommen,“ ſagte der kleine Jake.
„Er verdient es,“ erwiderte Tante Chloe grimmig;„er hat viele, viele Herzen gebrochen— ich ſage es Euch Allen,“ rief ſie, ſich mit einer erhobenen Gabel in der Hand umdrehend,„es iſt gerade wie das, was Mr. George in der Offenbarung geleſen hat.— Die Seelen rufen unter dem Altare! und ſie ſchreien zum Herrn um Rache über ſolche wie er!— Und der Herr wird ſie ſchon noch hören— das wird er!“
Man hörte Tante Chloe, die in der Küche ſehr verehrt wurde mit offenen Mäulern an, und nachdem das Eſſen auf den Tiſch gebracht worden war, hatte die ganze Küche Muße, mit ihr zu plaudern und auf ihre Bemerkungen zu horchen.
„Solche wie er werden ewig brennen müſſen, nicht wahr?“ ſagte Andy.
„Ich werde mich freuen, wenn ich das ſehe!“ ſagte der kleine Jake.
„Kinder!“ rief eine Stimme, bei der ſie Alle zuſammenſchraken. Es war Onkel Tom, der hereingekommen war und auf die Unterhaltung horchend an der Thür ſtand.
„Kinder!“ rief er,„ich fürchte, daß Ihr nicht wißt, was Ihr ſagt. Ewig
iſt ein furchtbares Wort, Kinder, es iſt entſetzlich daran zu denken. Ihr ſolltet das keinem menſchlichen Weſen anwünſchen.“.
„Wir würden es auch Keinem anwünſchen, als den Seelenverkäufern,“ ſagte Andy;„kein Menſch kann ſich enthalten, es ihnen anzuwünſchen. Sie ſind ſo abſcheulich ſchlecht.“
„Schreit nicht die Natur ſelbſt gegen ſie!“ ſagte Tante Chloe;„reißen ſie nicht den Säugling von der Mutterbruſt und verkaufen ihn, und zerren ſie nicht die kleinen Kinder, die ſich weinend an ihren Kleidern feſthalten, hinweg, ver⸗ kaufen ſie. Reißen ſie nicht Mann und Weib auseinander?“ fuhr Tante Chloe jammernd fort,„wenn es gerade ſo gut iſt, als ob ihnen das Leben genom⸗ men würde, und fühlen ſie dabei nur das Mindeſte. Trinken und rauchen ſie nicht und nehmen ſie es nicht ganz behaglich auf? Gott, wenn ſie der Teufel nicht holt, ſo möchte ich wiſſen, wozu er gut iſt.“
Und Tante Chloe bedeckte ihr Geſicht mit ihrer gewürfelten Schürze und begann ernſtlich zu ſchluchzen.
„Bete für Die, ſo Dich beleidigen, ſagt die Bibel!“ meinte Tom.
„Beten! für ſie!“ ſagte Tante Chloe;„Gott, das iſt zu ſchwer; ich kann nicht für ſie beten.“
„Es iſt natürlich, Chloe, und die Natur iſt ſtark,“ ſagte Tom,„aber die Gnade des Herrn iſt ſtärker, und übrigens ſollteſt Du denken, in welchem ent⸗ ſetzlichen Zuſtande die Seele eines armen Geſchöpfes iſt, das dergleichen Dinge
thun kann. Du ſollteſt lieber Gott danken, daß Du nicht biſt, wie er, Chloe.


