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Onkel Tom's Hütte, oder Negerleben in den Sklavenstaaten von Amerika : nebst der neuen von der Verfasserin eigens für Europa geschriebenen Vorrede / von Harriet Stowe, geb. Beecher ; nach der zwanzigsten amerikanischen Auflage aus dem Englischen
Entstehung
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und wie Mr. Shelby daran denke, ein neues braunes Füllen zu kaufen, welches die Herrlichkeiten des Gutes um eine neue vermehren werde. Einige von den Anweſenden gehörten benachbarten Familien, die ihnen die Erlaubniß, der Betſtunde beizuwohnen, ertheilt hatten und brachten verſchiedenartige Nach⸗ richten über das Thun und Treiben ihrer Herrſchaften mit, welche als eben ſo gute Münze in Umlauf kamen, wie ähnliches Geſchwätz in höheren Kreiſen.

Nach einiger Zeit begann das Singen zur offenbaren Freude aller An⸗ weſenden. Selbſt die Nachtheile der näſelnden Intvnation vermochten die Wir⸗ kung der ſchönen Naturſtimmen in den wilden und begeiſternden Melodien nicht ganz zu zerſtören. Die Worte waren zuweilen die der bekannten Hymnen, welche gewöhnlich in den benachbarten Kirchen geſungen wurden, zuweilen aber auch von einem wilderen, formloſeren Charakter von der Art, wie man ſie bei den Feldpredigten aufgeleſen hatte.

Hierauf erfolgten Ermahnungen oder Erzählungen über gemachte Erfah⸗ rungen und endlich las Mr. George auf Anſuchen die letzten Kapitel der Offen⸗ barung Johannis, worin er oft von Ausrufen unterbrochen wurde.

Während dieſe Scene in der Hütte des Dieners ſtattfand, gab es im Saale des Herrn eine ganz andere.

Der Händler und Mr. Shelby ſaßen beiſammen in dem vorerwähnten Spei⸗ ſezimmer an einem mit Papieren und Schreibmaterial bedeckten Tiſch.

Mr. Shelby beſchäftigte ſich mit dem Zählen einiger Banknotenpäckchen, die er, ſobald ſie gezählt waren, dem Händler hinüberſchob, worauf dieſer ſie ebenfalls durchſah.

„Alles in Ordnung,“ ſagte der Händler,„und nun wollen wir dieſe hier unterzeichnen.“

Mr. Shelby zog haſtig die Verkaufsdokumente zu ſich und unterzeichnete ſie wie ein Mann, der ein unangenehmes Geſchäft gern ſo ſchnell als möglich ab⸗ fertigt und ſchob ſie daraufmit dem Gelde hinüber. Haley nahm aus einem viel⸗ benutzten Mantelſacke ein Pergament, welches er, nachdem er es einen Augenblick betrachtet, an Mr. Shelby übergab, der es mit einer Geberde unterdrückter Be⸗ gier empfing.

„Nun, jetzt iſt die Sache abgemacht,“ ſagte der Händler, indem er aufſtand.

„Sie iſt abgemacht!“ ſprach Mr. Shelby mit nachdenklichem Tone, ath⸗ mete tief auf und wiederholte:„ſie iſt abgemacht!“

„Es ſcheint mir, als ob Sie nicht beſonders froh darüber wären,“ ſagte der Händler.

Waley,“ antwortete Mr. Shelby,„ich hoffe, daß Sie ſich erinnern werden, daß Sie mir auf Ihre Ehre verſprochen haben, Tom nicht zu verkaufen, ohne daß Sie wiſſen, in welche Hände er übergeht.“

„Ei, Sie haben es ſpeben ſelbſt gethan, Sir,“ ſagte der Händler.

„Sie wiſſen recht gut, daß ich durch Umſtände gezwungen worden bin,“ antwortete Shelby hochfahrend.

„Nun ſehen Sie, mich könnten die Umſtände ebenfalls zwingen,“ meint⸗ der Händler;„ich werde jedoch mein Beſtes thun, um Tom eine gute Stelle zu verſchaffen, und was das betrifft, daß ich ihn ſchlecht behandeln ſollte, ſo brauchen Sie nicht das Mindeſte zu fürchten. Wenn ich Gott für irgend etwas danke, ſo iſt es das, daß ich niemals grauſam geweſen bin.“

Nach der Darlegung, welche der Händler vorher von ſeinen humanen Gruntſätzen gegeben hatte, fühlte ſich Mr. Shelby von dieſer Erklärung keines⸗ wegs beſonders beruhigt, da ſie aber der beſte Troſt war, den die Sache ge⸗

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