ihre Beſchäftigung, einen Roſt mit einem Stück Speck, welches ſie auf ihrer
Die Ankunft von Gäſten im H und das Anordnen von glänzenden Diners und Soupers erweckte alle ihrß Seelenkräfte und es gab für ſie keinen willkommeneren Anblick, als den eines Haufens von Reiſekoffern unter der Veranda, da ſie dann neue Thaten und Triumphe vor ſich erblickte.
Im gegenwärtigen Augenblicke ſchaute Tante Chloe jedoch in die Backform und wir werden ſie bei dieſer angenehmen Operation laſſen, bis unſer Bild der Cottage beendigt iſt.
In der einen Ecke derſelben ſtand ein mit einer ſchneeweißen Decke verſehe⸗ nes Bett und vor dieſem lag ein Teppich von ziemlicher Größe. Auf dieſen Teppich berief ſich Tante Chloe, wenn ſie beweiſen wollte, daß ſie unzweifelhaft den höheren Ständen angehöre under ſowohl wie das Bett, vor welchem er lag, und die ganze Ecke der Hütte wurden mit ausgezeichneter Rückſicht behandelt und ſo viel als möglich vor den Einfällen und Entweihungen geringer Leute bewahrt. Kurz, jene Ecke war das Geſellſchaftszimmer des Gebaͤudes. In der andern Ecke befand ſich ein Bett von weit beſcheideneren Anſprüchen, welches offenbar zum Gebrauche beſtimmt war. Die Wand über dem Kamin ſchmück⸗ ten einige ſehr bunte Lithographien mit Scenen aus der heiligen Schrift und ein Portrait des Generals Waſhington, das auf eine Weiſe gezeichnet und kv⸗ lorirt war, welche dieſen Helden ſicherlich in Erſtaunen geſetzt haben würde, wenn er je auf ſeines Gleichen geſtoßen wäre.
Auf einer grob zugehauenen Bank in der Ecke beaufſichtigten ein paar wollföpfige Knaben mit blitzenden ſchwarzen Augen und dicken, glänzenden Wangen die erſten Gehverſuche des jüngſten Kindes, welche, wie gewöhnlich, darin beſtanden, daß es ſich auf ſeine Füße erhob, einen Augenblick ſchwankte und dann wieder zu Boden fiel, während jedes ſolche Mißlingen als etwas höchſt Geſchicktes mit heftigem Beifall begrüßt wurde.
Ein Tiſch mit etwas rheumatiſchen Beinen war vor das Kaminfeuer ge⸗ zogen und mit einem Tuche bedeckt worden und ließ Taſſen mit grellfarbiger ere nebſt anderen Symptomen einer herannahenden Mahlzeit wahrnehmen. An dieſem Tiſche ſaß Onkel Tom, Mr. Shelby's beſter Arbeiter, den wir, da er zum Helden unſerer Geſchichte beſtimmt iſt, für unſere Leſer daguerreotypiren müſſen. Er war ein großer, breitſchultriger, kräftig gebauter Mann von tiefem, glänzendem Schwarz und einem Geſicht, deſſen echt afrikaniſche Züge ein Aus⸗ druck von mit großer Herzensgüte verbundener, ernſter und ruhiger Verſtändig⸗ keit charakteriſirte. Sein ganzes Aeußere hatte etwas Würdevolles und von Selbſtachtung Erfülltes an ſich, womit ſich jedoch eine beſcheidene, vertrauende Einfachheit verknüpfte.
Er war in dieſem Augenblicke mit einer vor ihm liegenden Schiefertafel beſchäftigt, auf welcher er ſich ſorgfältig und langſam bemühte, einige Buchſtaben zu kopiren, eine Operation, bei der ihm der junge Mr. George, ein hübſcher dreizehnjähriger Knabe, welcher die Würde ſeiner Lehrerſtellung vollkommen zu erkennen ſchien, beaufſichtigte.
„Nicht ſo, Onkel Tom, nicht ſo!“ ſagte er als Tom bedächtig den Schweif ſeines„Gauf die unrechte Seite brachte;„ſiehſt Du, das giebt ein„Q.““
„Du lieber Gott, thut es das wirklich?“ ſagte Onkel Tom und ſchaute mit ehrerbietiger bewundernder Miene zu, während ſein junger Lehrer flüchtig un⸗ zählige Q'e und Gee zu ſeiner Belehrung hinkritzelte, und dann nahm er den S wieder in ſeine dicken, ſchwerfälligen Finger und begann geduldig von
keuem. „Wie leicht den weißen Leuten Alles wird!“ ſagte Tante Chloe, indem ſie


