i zu ihrer Höhe zu erheben.
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der nach Hauſe, verſtehſt Du mich! Ich habe bereits einige Vorbereitungen ge⸗ troffen, und ich kenne Leute, die mir helfen werden; und etwa im Laufe einer Woche werde ich eines Tages unter den„Vermißten“ ſein. Bete für mich, Eliza, vielleicht wird der gute Gott Dich hören.“
„O bete ſelbſt, George, und gehe mit Vertrauen auf ihn, dann wirſt Du nichts Böſes thun.“
„Nun, ſo lebe wohl!“ ſagte George, Eliza's Hand ergreifend und mit einem langen Blicke in ihre Augen.
Sie ſtanden ſchweigend da, dann kamen die letzten Worte und Seufzer und bitterliches Weinen— es war eine Trennung, wie ſie bei Solchen vorkommen, deren Hoffnung auf Wiederſehen nicht ſtärker iſt, als das Gewebe der Spin⸗ nen— und Mann und Weib waren geſchieden.
4. Ein Abend in Onkel Tom's Hütte.
Die Hütte Onkel Tom's war ein kleines Blockgebäude dicht bei dem „Hauſe“, wie die Neger vorzugsweiſe die Wohnung ihres Herrn nannten. Vor derſelben befand ſich ein nettgehaltenes Gartenfleckchen, wo jeden Sommer Erd⸗ beeren, Himbeeren und eine Menge anderer Früchte und Gemüſe unter ſorg⸗ Fältiger Pflege wuchſen. Die ganze Vorderſeite derſelben war mit einer großen Scharlach⸗Bignonia und einer einheimiſchen Monatsroſe überzogen, die ſich mit einander ſo verſchlungen hatten, daß kaum noch eine Spur von den unbe⸗ hauenen Balken zu ſehen war. Hier fanden auch im Sommer verſchiedene bunte einjährige Blumen ein Winkelchen, worin ſie ihren Glanz entfalten konnten und den Stolz und die Freude des Herzens der Tante Chloe bildeten.
Treten wir in das Gebäude. Die Abendmahlzeit im Hauſe iſt vorüber und Tante Chloe, die als Ober⸗Köchin die Zubereitung derſekben geleitet, hat den Unterbeamten der Küche das Geſchäft des Aufräumens und Tellerwaſchens überlaſſen und iſt in ihr eignes ſchmuckes Gebiet herausgekommen, um„ihrem Alten“ das Abendbrod zu beſorgen. Zweifelt daher nicht, daß ſie es iſt, die Ihr am Feuer ſeht, wo ſie mit beſorgtem Mterefſe gewiſſe ziſchende Gegenſtände in einer dampfenden Pfanne beaufſichtigt, und dann und wann mit gravitä⸗ tiſcher Würde den Deckel einer Backform, aus welcher unzweifelhafte Anzeichen von etwas„Gutem“ aufdampfen, emporhebt. Sie hat ein rundes, ſchwarzes, glänzendes Geſicht, welches ſo glatt iſt, daß es Einen auf die Idee bringt, daß ſie vielleicht mit Eiweiß überzogen ſei, wie ihre ſelbſtgefertigten Theebrodchen. Ihr ganzes dickes Antlitz ſtrahlt unter ihrem gutgeſtärkten karrirten Turban vor Zufriedenheit und Vergnügen, trägt jedoch, wenn wir es geſtehen müſſen, ein wenig von dem Selbſtbewußtſein, welches der erſten Köchin der Gegend, wofür Tante Chloe allgemein anerkannt war, zukommt.
Sie war von ganzem Herzen und von ganzer Seele Köchin. Jedes Huhn,
jeder Truthahn, jede Ente im Hofe machte ein ernſthaftes Geſicht, wenn ſie ſie
herankommen ſah und ſchien offenbar Todesbetrachtungen anzuſtellen, und ſo viel iſt gewiß, daß ſie ſtets im Grade der Vollkommenheit geeignet war, jedem lebenden, denkenden Hausvogel Schrecken einzuflößen, der an das Rupfen, Stopfen und Braten dachte. Ihre Kuchen waren in allen ihren Varietäten für weniger geübte Künſtlerinnen ein erhabenes Geheimniß und ſie lachte daß ihr dicker Leib vor Stolz und Luſtigkeit erbebte, wenn ſie die fruchtloſen Verſuche erzählte, welche die eine oder andere ihrer Colleginnen gemacht hatte, um ſich


