14 Dinge nur heraus, aber geſtern fagte er mir, daß ich Mina zur Frau nehmen und mich mit ihr in einer Hütte einrichten ſolle, ſonſt würde er mich flußab⸗ wärts verkaufen.“
wäreſt,“ ſagte Eliza einfach.
„Ei, Du biſt ja mir vom Pfarrer angetraut worden, als ob Du ein Weißer
„Weißt Du nicht, daß ſich ein Sklave nicht verheirgthen kann? Das Geſetz erlaubt es in dieſem Lande nicht. Ich kann Dich nicht zur Frau behalten, wenn er uns trennen will; das iſt der Grund, weshalb ich wünſche, daß ich Dich nie
eſehen hätte!— weshalb ich wollte, daß ich nie gekommen wäre; es würde ür uns Beide beſſer geweſen ſein. Es wäre für dieſes arme Kind beſſer ge⸗ weſen, wenn es nie geboren wäre. Alles das kann ihm noch zuſtoßen.“
„O, unſer Herr iſt ſo gut!“
„Ja, aber wer weiß, er kann ſterben und das Kind kann an Gott weiß wen verkauft werden. Welche Freude iſt es für uns, daß es hübſch und klug und talentvoll iſt.— Ich ſage Dir, Eliza, für jedes gute und angenehme Ding, was Dein Kind iſt, oder hat, wird ein Schwert durch Deine Seele gehen— es wird den Knaben zu werthvoll machen, als daß Du ihn behalten könnteſt.“
Dieſe Wurie fielen ſchwer auf Eliza's Hetz. Die Geſtalt des Händlers trat vor ihre Augen und ſie erbleichte und rang nach Athem, als ob ihr Jemand den Todesſtreich zugefügt hätte. Sie blickte ängſtlich auf die Veranda hinaus, wohin ſich der des ernſthaften Geſprächs müde gewordene Knabe zurückgezogen hatte und wo er im Triumph auf Mr. Shelby's Spazierſtocke hin und her ritt. Sie wollte ſprechen, um den Gatten ihre Befürchtungen mitzutheilen, that ſich aber noch Einhalt.
„Nein, nein, der arme Burſche hat genug zu tragen,“ dachte ſie,„nein, ich will es ihm nicht ſagen, und übrigens iſt es nicht währ. Die Miſſis täuſcht uns nie.“ 8
„Alſo, Eliza,“ ſagte der junge Mann trübe z„bleibe guten Muthes und lebe wohl, denn ich gehe.“
„Du gehſt, George! wohin?“
„Nach Canada!“ ſagte er ſich hoch aufrichtend,„und wenn ich dort bin, ſo werde ich Dich kaufen. Das iſt die ganze Hoffnung, die uns noch übrig bleibt. Du haſt einen guten Herrn, der ſ nicht weigern wird, Dich zu ver⸗
kaufen. Ich werde Dich und den Knaben kaufen— mit Gottes Hilfe werde ich
es thun.“
„O entſetzlich!— wenn Du gefangen würdeſt!“
„Ich werde nicht gefangen werden, Eliza, lieber will ich ſterben. Ich werde frei ſein oder ſterben.“
„Du wirſt Dich doch nicht ſelbſt umbringen?“
„Deſſen bedarf es nicht. Man wird mich bald genug tödten, man wird mich nicht lebend den Fluß hinab bringen.“
„O George, ſei um meinetwillen vorſichtig! thue nichts Böſes, lege weder an Dich, noch an ſonſt einen Menſchen Hand. Deine Verſuchungen ſind zu groß, aber thue es nicht— Du mußt gehen— aber gehe vorſichtig und klug. Bete zu Gott, daß er Dir helfen mag.“
„Nun, Eliza, ſo höre meinen Plan. Der Herr hat es ſich in den Kopf ge⸗ ſetzt, mich mit einem Billet an Mr. Symmes, der eine Meile weiterhin wohnt, hier vorüber zu ſchicken; ich glaube, daß er erwartet hat, daß ich hierher gehen würde, um Dir zu erzaählen, wie es mir geht. Es würde ihm ein Vergnügen
ſein, wenn er dächte, daß das„Shelby⸗Volk“, wie er ſie nennt, ſich darüber ärgern würden. Ich gehe vollkommen ergeben, als ob Alles vorüber wäre wie⸗


